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Europatour 2016

Die Idee, Vorbereitung und Planung einer Europatour



Nachdem ich im Jahre 2014 erfolgreich eine Deutschland-Tour hinter mich gebracht habe, die in einem großen 2500 Km langen Bogen ganz Norddeutschland berührt hatte, wollte ich ursprünglich das Gleiche mit einer Süddeutschland-Tour realisieren. Dabei hatte ich einen Abstecher zu unserer Patengemeinde Wuenheim im Elsass geplant. Außerdem dachte ich, dass ich den Bodensee südlich umfahre, also auch die Schweiz berühre. Und so ist der Gedanke entstanden, weiterhin im Zuge der deutsch-österreichischen Grenze, mal diesseits, mal jenseits, zu fahren, so dass ich mehrere europäische Länder berühre. Also war die Idee einer Europa-Tour geboren. Dann konnte ich ja auch einen Abstecher noch nach Tschechien machen, um alle süddeutschen Nachbarländer zu berühren.

Ich möchte nicht in jedem Jahr eine so große Reise mit dem Traktor unternehmen, also machte ich eine Pause im Jahre 2015. Lediglich der Besuch auf dem Familientreffen bei Andrea und Siggi waren im Jahre 2015 noch drin, das aber auch 2 Wochen Treckerfahren bedeutet hat (siehe unter Traktorreisen "Familientag bei Andrea und Siggi 2015"). Die Zeit benötige ich auch für die Planungen, weil ich ja auch eventuell zu einer Partnerschafts-Veranstaltung in Wuenheim sein und vielleicht noch das JOHN-DEERE-Werk in Mannheim besuchen will.


Hier sehen wir den JOHN-DEERE 3040, mit dem ich diese Tour wieder machen werde. Mittlerweile habe ich mich entschieden, die Reise mit dem Wohnwagen zu unternehmen, weil ich doch längere Zeit (möglicherweise mehr als 3 Monate) unterwegs sein werde. Ob ich die Strecke verkürze oder verlängere oder wie geplant fahre, kann ich letztlich nur vor Ort entscheiden. Ich möchte aber spätestens Mitte Juli 2016 zurück sein.
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Die Reise mit dem Wohnwagen hinter dem Traktor

Ich habe mir diesen Wohnwagen im Frühjahr 2015 gekauft und auf der Tour zu Andrea und Siggi im Sommer 2015 getestet. Für den Traktor ist das Ziehen dieses Anhängers absolut kein Problem, aber aufgrund seiner Länge von 7 Metern bin ich nicht so wendig, wie mit der Transportkiste im Jahre 2014 auf meiner Deutschlandtour. Alles ist eine Sache der Gewöhnung.


Die schwarz-weiße Lackierung verträgt sich zwar mit den Farben des JOHN-DEERE, aber vielleicht habe ich noch in der Vorbereitungszeit die Möglichkeit, eine grün-gelbe Farb-Nouance an zu bringen.......
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Die geplante Reiseroute



Die Tour startet am 3. April 2016 um 11.00 Uhr vor dem Rathaus in GRÄVENWIESBACH. Die erste Etappe führt mich zum Stellplatz meines Wohnwagens in der Nähe von MARBURG. Von dort geht es in Richtung OSTEN, weitere Etappenziele sind:

- WIPPERSHAIN bei BAD HERSFELD
- Werraquelle und Rennsteig im THÜRINGER WALD
-KÖNIGSFELD bei LEIPZIG
- KARLSBAD (TSCHECHIEN)
- PILSEN (TSCHECHIEN)
- PASSAU
- SALZBURG (ÖSTERREICH)
- KLAGENFURT (ÖSTERREICH)
- LJUBLJANA (SLOWENIEN)
- ZAGREB (KROATIEN)
- BANJA LUKA (BOSNIEN)
- SARAJEWO (BOSNIEN)
- LIVNO (BOSNIEN)
- SPLIT/ADRIA (KROATIEN)
- PULA (KROATIEN)
- LIPIZZA (SLOWENIEN)
- TRIEST (ITALIEN)
- MAILAND (ITALIEN)
- LAUSANNE (SCHWEIZ)
- WUENHEIM (ELSASS)
- DEUTSCHE WEINSTRAßE
- MANNHEIM
- GRÄVENWIESBACH


Bei einer durchschnittlichen Tagesleistung von rund 120 Kilometern und circa. 36 Fahrtagen schaffe ich die Tour von etwa 4.500 Kilometern in gut einem Monat. Da ich aber viele Erholungspausen einlegen werde und die herrliche Landschaft in den Alpen, am Balkan und in den Vogesen genießen möchte, rechne ich mit etwa 3 Monaten, die ich unterwegs sein werde. Bereits jetzt bei der Planung beginne ich mich riesig zu freuen und kann es kaum erwarten, dass ich am Sonntag, dem 3. April 2016 um 11.00 Uhr loslegen kann. Zur Verabschiedung ist jeder eingeladen, kurz vor 11.00 Uhr vor dem Rathaus in GRÄVENWIESBACH zu sein, bei Regenwetter bitte Regenschirme mitbringen.... ;-)
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ToDo-Liste für 2 Wochen Vorbereitung, geplant waren 6 Wochen
Aktueller Stand 07.April 2016


Diese Liste gliedert sich in folgende Hauptblöcke :

1. Technik Traktor (100 % erledigt)
2. Technik Wohnanhänger (100 % erledigt)
3. Streckenplaung im Detail (Abgeschlossen 24.3.2016)
4. Kontakte auf der Route
5. Liste der wichtigsten Besuchsorte (80 % erldigt)
6. Checklisten (erledigt)
6.1. Einkaufsliste (erledigt)
6.2. Beladeliste Traktor (erledigt)
6.3. Beladeliste Wohnanhänger (erledigt)
6.4. Kleidung, Hygiene, Wäsche (erledigt)
6.5. Werkzeug, Öle, Batterien, Sicherungen etc. (erledigt)
7. Diverse Vorbereitungen
7.1. Arzt- / Zahnarztbesuch, Medikamente (erledigt)
7.2. Schild "Europatour 2016" (erledigt)
7.3. Presse Vorbericht und Verabschiedung (erledigt)
7.4. Vorbereitung der Verabschiedung (erledigt)
7.5. Vorbereitung der Rückkehr (von unterwegs, wenn der Termin bekannt ist)
7.6. Briefkastenleerung, Blumen gießen, Ansprechpartner Hausverwaltung (erledigt)
8. Sonstiges


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Start am 03. April 2016 in Graevenwiesbach



Die Vorbereitungen sind abgeschlossen, der Traktor mit Anhänger ist beladen und am 03. April 2016 verabschiedet mich der Bürgermeister Roland Seel vor dem Rathaus in Grävenwiesbach, siehe folgende Bilder.

Meine Vorbereitungszeit hatte sich drastisch verringert, weil der Umbau des Hauses, das sich mein Sohn Dietrich gekauft hatte, fast zwei Monate länger gedauert hat als geplant (Ende Januar 2016). Am 19. März 2016 ist die junge Familie eingezogen und ich konnte mich ausschließlich auf die Vorbereitung konzentrieren. Zunächst habe ich den JOHN-DEERE 3040 reparieren lassen (Einige Hydraulikschläuche waren reparaturbedürftig und an der Vorderachse war eine undichte Stelle), Öl- und Filterwechsel, Farbausbesserungen und Änderung der elektrischen Anlage konnte ich selbst erledigen, bzw. mein Sohn hat mir dabei geholfen, und abschließend die Reinigung des Fahrzeuges sind rechtzeitig fertig geworden.

Der Wohnanhänger ist aber noch nicht richtig einsatzbereit. Der gebrauchte Kühlschrank, der wahlweise elektrisch mit 12 Volt oder 220 Volt, bzw. mit Gas betrieben werden kann, muss noch getestet und eingebaut werden. Die dafür notwendigen Änderungen an der Elektrik-Installation werde ich auch noch vornehmen müssen. Da der Wohnanhänger in Betziesdorf bei Marburg steht und mich dort meine erste Reise-Etappe hin führt, rechne ich mit einem Aufenthalt von etwa 2 Tagen. Einzelheiten beschreibe ich hier untenstehend.
So, die letzte Nacht zu Hause in meinem Bett, das wahrscheinlich bis zu vier Monaten leer stehen wird, möchte ich genießen. Ich weiß, Ihr drückt mir die Daumen für mein Abenteuer. Danke.
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V e r a b s c h i e d u n g

Meine Reise beginnt mit der Verabschiedung auf dem Rathausplatz in Grävenwiesbach um 11.00 Uhr. Die Wanderer des Taunusklub Grävenwiesbach und viele Freunde und Bekannte sind erschienen und haben mich verabschiedet. Neben den Guten Wünschen für eine gesunde Rückkehr konnte ich auch Verpflegung und Glücksbringer entgegennehmen. Sehr hat mich gefreut, dass der Bürgermeister Roland Seel mir wieder den Grävenwiesbach-Wimpel übergab mit der Bitte, ihn wohlbehalten zurück zu bringen. Besonders habe ich mich darüber gefreut, dass unser Pfarrer Klaus Rüb mir einen Engel als Schlüsselanhänger übergab.

Zum Schluss haben mir die Anwesenden ein Lied (Auf Du junger Wandersmann..) gesungen und dann ging es um 11.06 Uhr los. Das Abenteuer kann beginnen.....


Hier sehen wir einen Teil der Anwesenden auf dem Rathausplatz.
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Erste Etappe Betziesdorf

Nach etwas über drei Stunden Fahrzeit bin ich in Betziesdorf eingetroffen, dieses mal verlief der Empfang ruhig. Inge-Rose Gimpel begrüßte mich beim Einfahren in ihren Hof. In Betziesdorf habe ich den Wohnwagen technisch auf die Reise vorbereitet. Die Gas-Anlage zum Betrieb des Kühlschrankes habe ich angeschlossen, die 12 Volt-Elektroanlage war völlig falsch verkabelt, im Wesentlichen habe ich die 12-Volt-Elekrik neu installiert. Bei der Überprüfung der 220-Volt-Anlage gab es mehrere Probleme, die ich aber alle lösen konnte. Die "Nostalgie"-Hängelampe über dem Esstisch, an die ich jedesmal im Vorbeigehen mit dem Kopf angestoßen bin, wurde gegen eine flache Deckenleuchte ausgetauscht. Letztlich durfte ich den Wohnwagen aussaugen und beladen, so dass ich heute, am 07.04.2016 so gegen 14.00 Uhr Richtung Wippershain losfahren kann.




Hier sieht man mich in Betziesdorf ankommen.
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Zweite Station Wippershain am 08.04.2016

Am Donnerstag, dem 7.4. kam ich abends in Wippershain an. Für die Nacht war Frost gemeldet und so kam es auch, typisch "Hessisch-Sibirien". Da ich bisher den gasbetriebenen Heizungsofen nicht testen konnte, habe ich mich auch nicht getraut, nachts den Ofen an zu stellen. Am nächsten Morgen habe ich ihn aber ausprobiert und siehe da, er heizt problemlos, allerdings auf recht bescheidenem Niveau. Die neue Hupe habe ich auch ausgetauscht und nach dem Frühstück und der Körperpflege geht es nun in Richtung Osten weiter. Über Point Alpha in der Rhön werde ich Richtung Werraquelle im Thüringer Wald fahren. Die 128 Km lange Etappe werde ich locker in 5 Stunden Fahrtzeit schaffen, so dass noch ein wenig Zeit für einen Besuch bei meinen Verwandten in Wippershain bleibt. An dieser Stelle vielen Dank an Petra und Hans, dass ich sicher und wohlbehalten auf dem Hof meiner Kindheit übernachten konnte.


Der Traktor steht vor meinem Elternhaus.
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Besuch der Werraquelle am 8.4.2016

Obwohl der Besuch der Werraquelle seit 25 Jahren nach Öffnung der innerdeutschen Grenze möglich war, ist es mir erst heute gelungen, diese am Rennsteig zu besuchen. Bei unserer Wanderreise mit dem Taunusklub Grävenwiesbach an den Rennsteig vor 20 Jahren haben wir einen Besuch dort auch verpasst. Mit dem Traktor war der Wanderweg nicht zu befahren und deshalb sieht man diesen auch nicht auf dem Bild.


Das Werrawasser kommt recht kalt aus der Erde.
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Besuch bei Janet und Toralf Weber in Königsfeld zwischen Leipzig und Chemnitz am 10. und 11.4. 2016

Die Fahrt vom Rennsteig nach Gera war landschaftlich herrlich, das Schwarza-Tal ist ausgesprochen idyllisch. In Gera habe ich auf einem Stellplatz für Wohnmobile übernachtet. Die Anlage war sauber und ordentlich. Für eine Großstadt auch sehr ruhig. Die weitere Fahrt ca. 60 Km führte mich dann zu Janet und Toralf, die mich herzlich empfangen und aufgenommen haben. Sie zeigten mir die Landschaft rund um die Zwickauer Mulde, ein Flüsschen, das sich in vielen Bögen durch die Landschaft schlängelt. Toralf hatte bereits einen JOHN-DEERE-LANZ 300 und später einen JOHN-DEERE 3010 restauriert. Viele Tips konnte ich hier von ihm bekommen.


Auf dem Hof von Toralf ging es recht eng zu, aber letztlich stand der Wohnwagen nach einer leichten Berührung des Hoftores sicher auf dem gepflasterten Hof.
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Fahrt nach Oberwiesenthal über Chemnitz am 12.4. 2016

Von Königsfeld wollte ich nach Süden durch Tschechien bis nach Passau fahren, ohne in Tschechien zu übernachten. Dazu habe ich nochmals unmittelbar vor der Grenze in Oberwiesenthal übernachtet. Dieser 800-Seelen-Ort liegt fast 1200 Meter hoch und ist der bedeutendste Wintersportort im Erzgebirge. Wie man auf dem Bild noch sehen kann, liegt auf den Skipisten am Nordhang noch Schnee, aber die Saison war bereits abgeschlossen. So konnte ich auf einem großen ordentlichen Parkplatz vor einem sauberen Toilettenhäuschen übernachten. Obwohl es kalt war, hatte ich es in meinem Wohnwagen sehr gemütlich.


Hier sehen wir die Sprungschanze im Hintergrund, auf der der Oberwiesenthaler Jens Weisflog noch zu DDR-Zeiten Weltrekord erreichte.
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Karlsbad in Tschechien am 13.4. 2016

Karlsbad ist eine bedeutende Kurstadt in Tschechien, gegründet vom Böhmischen König Karl, der als Karl IV. in Frankfurt/Main 1362 zum Kaiser gekrönt wurde und seine Hauptresidenz in Prag hatte. Er gründete auch die erste "deutsche" Universität in Prag, die Karls-Universität. Der Grund, warum Karlsbad für mich ein wichtiger historischer Ort ist, liegt darin, dass meine Familie mütterlicherseits am Ende des Zweiten Weltkrieges aus Schlesien flüchten musste und der Flüchtlingstreck, den die schwangere Schwester meiner Mutter, Helene genannt Lenchen, führte, nach 400 Km Richtung Westen genau Karlsbad erreichte. Dort fällte Helene eine fatale Fehlentscheidung, indem sie den Treck nach dem Waffenstillstand wieder zurück nach Krickau führte, denn sie hatte Angst davor, dass ihr Mann, wenn er aus dem Krieg zurück kam, sie nicht finden würde. Am 5. September 1945 wurde meine Cousine Gerda geboren, kurz darauf starb Lenchen an Thyphus.


Ich fuhr mit meinem Gespann durch das Kurviertel in Karlsbad, das auch heute noch den früheren Kurbetrieb für wohlhabende Urlauber erahnen lässt.
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Pilsen

Pilsen ist eine Großstadt zentral im Westen Tschechiens. Symbolisch wollte ich hier eine Kiste Original Pilsener Bier kaufen. Zwei Paletten Dosenbier und einige Flaschen Pilsener Urquell, gebraut in Pilsen, habe ich gekauft und später auch probiert. Es schmeckt richtig gut.








Beim Einkaufen und Tanken konnte ich problemlos mit Euro bezahlen, eine tschechische Krone entsprach etwa 4 Cent
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Zwischenstop in Pilsen



Die Weiterfahrt nach Süden Richtung Bayrischem Wald war recht abenteuerlich, denn streckenweise war das Befahren der Bundesstraße durch Traktoren ausdrücklich verboten. Obwohl man wohl langsam fahrende Landmaschinen mit entsprechenden landwirtschaftlichen Gerätschaften nicht auf der Straße haben wollte, habe ich es trotzdem zuerst nur ganz kurz (5 Km weit) versucht, aber ich wollte einfach kein Knöllchen kassieren und fuhr dann Zickzack über die Dörfer im Zuge der Bundesstraße weiter. Dieses Manöver hat mich ein bis zwei Stunden mehr an Fahrtzeit gekostet, und das alles bei Regen. Abends kurz vor Einbruch der Dunkelheit erreichte ich Deutschland und übernachtete in der Nähe von Zwiesel.


Beim Einkaufen und Tanken konnte ich problemlos mit Euro bezahlen.
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Passau

Am 15.04.2016 kam ich bei strömendem Regen in Passau an. Die Tourist-Information im Passauer Rathaus war ausgesprochen freundlich und auch die Mitarbeiter des Ordnungsamtes halfen mir bei der Suche eines Parkplatzes. Ich stand vor dem Rathaus in einer Einbahnstraße entgegen der Fahrtrichtung im absoluten Halteverbot (siehe Bild links) und fuhr dann auf einen Stellplatz an der Ilz, einem der drei Flüsse, die in Passau zusammen fließen. Nach einer kurzen Schiffsreise habe ich noch einige Einkäufe getätigt, die leere Gasflasche bei BayWa (Raiffeisen) gegen einer volle getauscht und die Stadt besichtigt.




Das Rangieren mit meinem 12 Meter langen Fahrzeug inmitten der engen Stadt war durch die Freundlichkeit der Menschen dort leicht möglich.
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Der Dom St. Stephan in Passau

Der Bischof von Passau war bis 1803, als Napoleon alle bischöflichen Fürstentümer auflöste, auch weltlicher Herrscher in seinem Bistum. Der prächtige Barock-Dom und die Residenzen, sowie eine Höhenfestung "Obernburg" zeugen noch heute von der Bedeutung dieser Landschaft, wo an der Hauptverkehrsstraße auf dem Wasser niemand vorbei kam. Ich fuhr dann weiter nach Fürstenzell, wo mich eine Dusche auf einem abgelegenen Campinglatz erwartete. Der Stellplatz-Vermieter hat einige alte Traktoren gesammelt, sein Schwerpunkt liegt bei Güldner, er hat aber auch noch einen alten Hatz und einen kleinen Porsche, der noch die Allgaier-Farben trug, sowie einen Fendt-Dieselross von 1951. Etwa 30 Km von dort entfernt hat der Lanz-Leo eine Sammlung alter Lanz-Technologien. Leider ist der Leo kürzlich verstorben und die Zukunft des Museums ungewiss.




Da die Bäume noch nicht im vollen Laub stehen, kann man die prächtige Westfront des Passauer Domes wunderbar sehen.
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Alpen



Frühmorgens am 21.April ging es auf die 80 Km weite Strecke von Freilassing/Salzburg in die Berge

Um 05.00 Uhr war die Fahrt durch die Großstadt Salzburg unproblematisch, obwohl die Ausschilderung in Richtung Hallein etwas spärlich war. Als die Sonne herauskam war es in der Fahrerkabine nicht mehr 8 Grad, sondern 13 Grad, das Außenthermometer blieb aber bei 3 Grad Celsius.

Die Landschaft im Salzburger Land ist wunderschön und ich freue mich, Familie Dieß in Bischofshofen zu treffen. Bei der Ankunft am Parkplatz zur Sprungschanze dauerte nicht lange, da kamen Dießens und ich begrüßte sie herzlich. Herbert Dieß hatte beim Bürgermeister von Bischofshofen, eine wirtschaftlich blühende Kleinstadt zwischen dem Tennen-, Hagengebirge und dem Hochkönig, für mich und mein Gespann eine Sondergenehmigung zum Übernachten auf dem Parkplatz mitgebracht. Dies habe ich gut sichtbar in der Fahrerkabine angebracht. Wir konnten die Toiletten benutzen und hatten auch Stromanschluss.
Hier sehen wir die Berge zwischen Salzburg und Golling morgens um 06.00 Uhr
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Bischofshofen

Hier stehe ich mit dem Traktor und Wohnwagen auf dem Parkplatz in Bischofshofen

Im Hintergrund das Tennengebirge, links die Sprungschanze. Dießens haben sich so viel Mühe gemacht und uns die Heimat von Herbert Dieß gezeigt. Die hochmoderne Sprungschanze von Bischofshofen gehört zu den größten der Welt und dort ist auch das Abschluss-Springen der Vier-Schanzen-Tournee. Viele berühmte Ski-Springer stammen aus Bischofshofen oder dem Pongau, wie dieser Bezirk mit der Hauptstadt St. Johann heißt.
Auf dem Bild bin ich zu sehen mit Herbert, Edith und Inge-Rose
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Haus von Edith und Herbert Dieß in Bischofshofen

Mit 67 Jahren hat Herbert Dieß dieses Haus in einem wunderschönen Viertel der Stadt gekauft und liebevoll restauriert. Alles zeigt seine Handschrift und ist wunderschön eingerichtet. Zweimal hat Edith uns zum Kaffee und Kuchen eingeladen.

Herbert Dieß, der 2017 achtzig Jahre alt wird, geht jeden Morgen zügig eine 5-km-Strecke und an meinem Besuchstag hat er mich mitgenommen zum Kloster Kreuzberg und ich hatte bergauf Mühe, mit ihm mit zu halten. Großen Respekt habe ich vor diesem sympathischen Wanderffreund, der die meiste Zeit im Jahr in Grävenwiesbach-Mönstadt verbringt, aber schon beruflich durch ganz Europa gekommen ist. Ich bedanke mich an dieser Stelle ganz besonders bei Edith Dieß, die mir meine Wäsche gewaschen und getrocknet hat und bei der ich ordentlich duschen konnte.
Auf dem Bild sehen wir Herbert, Edith und Inge-Rose vor deren schönem Haus
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Naturpark Hohe Tauern

Der Heimatort von Herbert Dieß ist GROßARL südlich von St. Johann im Tal der Almen

Völlig idylisch ist das Tal der Almen mit über 62 Almen, wo zum Teil die Natur unverändert sich überlassen bleibt. Ein herrlicher Spaziergang führte uns zu einem Wasserfall, einem Hirschgehege und einer Kapelle. Hier hätte ich leben können. Für den Weltmenschen Herbert Dieß war das Tal zu eng, er zog in die Stadt. Von seinem Haus hat er freien Blick auf den Hochkönig und die Sprungschanze.
Das Rauschen des Gebirgsbaches kann man auf diesem Bild faktisch hören, stimmt's?
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Abschied in Bischofshofen

Zu meiner Verabschiedung in Bischofshofen hat Herbert Dieß sich etwas Besonderes einfallen lassen. Anlässlich der Jahreshauptversammlung des Schützenvereins haben die Bauernschützen zuerst in einem Gasthaus gegessen, dann ging es im Marsch durch die Stadt zur gotischen Stadtkirche und nach dem Gottesdienst wurden verdiente Vereinsmitglieder mit einer Urkunde und einem Salut aus den Karabinern K98 geehrt. Nachdem ich den Bürgermeister von Bischofshofen begrüßt und mich für seine Gastfreundschaft bedankt habe, wurde auch für mich ein Salut geschossen..... grins.

Beim Marsch der Schützen vom Kirchplatz (im Hintergrund die Kirche) zum Gasthaus zur Post, in der die Jahreshauptversammlung abgehalten wird, sieht man den Bürgermeister (3. von links) in kurzen Lederhosen mit marschieren. Mir hat dies sehr gefallen, es zeigt einmal die Verbundenheit mit der Heimat, zum anderen Engagement in der ehrenamtlichen Vereinstätigkeit und auch, dass man zu den Traditionen in unserer christlich geprägten Gesellschaft steht.
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Der Bürgermeister von Bischofshofen



Hier bedankte ich mich beim Bürgermeister der 10.000-Seelen-Stadt BISCHOFSHOFEN, Hansjörg Obinger, für die Gastfreundschaft und die Sondergenehmigung, auf dem Parkplatz der Sprungschanze übernachten zu dürfen.

Vielleicht sollten wir in Deutschland auch etwas mehr zu unseren Tugenden und Traditionen (wie z.B. die Trachtenkleidung) stehen. Der europäische Gedanke wird darunter sicherlich nicht leiden.
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Schneesturm auf dem Weg nach Hallstatt



Am Morgen des 24.04.2016 führ ich in Bischofshofen gegen 10.00 Uhr los Richtung Osten. Die Stadt Hallstatt am Hallstätter See war mein Ziel. Dort wurden prähistorische Funde bei Grabungen entdeckt, die die Frühe Eisenzeit von etwa 750 bis 400 vor Christus als Stilepoche der "Hallstatt-Zeit" bezeichnet. Dr. Rudolf Ramsauer hat im 19. Jahrhundert auf dem Salzberg ein riesiges Gräberfeld entdeckt, deren Schätze, die in Form der Kleidung und der Grabbeigaben der Bestatteten diese neue Epoche beschreibt. Es gab auch ältere Funde und auch aus der La-Tene-Zeit, die historisch als die Jüngere oder Späte Eisenzeit bezeichnet wird. Dies ist der Zeitraum von etwa 400 vor bis zur Geburt Christi.

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Hallstein am Hallstätter See


Die Stadt Hallstatt, die nur ganz schmal am Ufer der Sees drei kostenpflichtige Großparkplätze für PKW (10 Euro) und für Busse (20 Euro) hat, ließ mich schon Schlimmes ahnen. Aber wie von Geisterhand gelenkt, fuhr ich seitlich in ein enges Tal und als es nicht mehr weiter zu gehen schien, war dort der Bau- und Betriebshof der Stadtverwaltung und davor ein großer Platz. Sonntags war hier absolut kein Verkehr und ich stellte mich diskret dort hin. Das hat mir viel Geld erspart, falls nicht doch noch ein Knöllchen hereingeflattert kommt.

Hier sehen wir das Archäologische Museum in HALLSTATT als Zentrum des UNESCO-Welt-Kulturerbes rund um den Hallstätter See. Ich traf hier viele japanische Touristen, die allerdings viel mehr Interesse an Fotos der wunderschönen Landschaft hatten als an den historischen Dingen. So meine ich das jedenfalls, denn ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass jemand aus einem völlig anderen Kulturkreis die Zusammenhänge der europäischen Frühkultur versteht... möglicherweise habe ich nicht Recht.
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Weiterfahrt Richtung Süden in den Schnee hinein




So gegen 16.00 Uhr bin ich bei strahlendem Sonnenschein von Hallstatt aus weiter gefahren. Mein ADAC-Atlas, der mich zuverlässig führt, hat allerdings mit Höhenangaben auf dem Kartenblatt gegeizt, so dass ich immer weiter bergauf fuhr und plötzlich wieder in zunächst leichten, später heftigen und am Ende dann sehr starken Schneefall geriet. Irgend wann war es mir um 19.30 Uhr doch zu kalt, so dass ich beschloss, auf einen Parkplatz an der Bundesstraße zu fahren und dort zu übernachten. Ich packte mich warm ein, anstatt Schlafanzug wählte ich den Jogging-Anzug mit langer Unterhose und Socken, legte mich ins Bett und deckte mich zusätzlich mit Wolldecken zu. Das Thermometer zeigte im Schlafraum +3 Grad und ich wollte nicht wissen, wie kalt es außen war. Jetzt kam der Zeitpunkt, an dem ich mich darüber ärgerte, den Gasofen nicht richtig repariert zu haben.....

Ich schlief trotzdem gut bis etwa 08.00 Uhr am Montag Morgen. Zähneputzen ja, Rasieren nein... ein heißes Frühstück mit Rührei ließ mich langsam auftauen. Als ich dann etwa 4 km weiter gefahren war und über einen Pass kam, ging es bei Sonnenschein bergab. Tja, eine Karte mit Höhenangaben hätte mir geholfen, aber man kann ja nicht von einem ADAC-Atlas Bundeswehr-Qualität verlangen.
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Bundespräsidentenwahl in Österreich



Der Bundespräsident wird in Österreich direkt von den Bürgern gewählt, im Gegensatz zu der Wahl des deutschen Bundespräsidenten durch die Bundesversammlung. Überall im Land sah ich Wahlplakate. Zwei alte Männer von den Regierungparteien ÖVP und SPÖ, und diesen jungen dynamischen Mann (siehe Bild links). Die Rechtspopulisten aus Jörg Haiders FPÖ wissen, wie man Wahlkampf macht. Die kennen die Gesetze der Werbung. Klar, dass dieser Mann, Norbert Hofer, die Wahl deutlich gewann.

Vielleicht sollten wir in Deutschland auch ein wenig darauf achten, die Bürgerinnen und Bürger bei den Entscheidungen der Regierung mitzunehmen. Man muss den populistischen Tendenzen, wie sie die AfD in Deutschland an den Tag legt, nicht nacheifern. Aber es scheint sicherlich nötig, und das hat uns die Wahl in Österreich gelehrt, den einfachen Wählern die Entscheidungen der Regierung verständlicher zu machen.

Wäre so ein Wahlplakat in Deutschland auch möglich? Vor 80 Jahren gab es sowas in Deutschland auch.
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Frühstück im Wohnwagen



Wenn es morgens draußen heller ist als drinnen, sieht man innen das Europa-Wappen besser, wenn es abends draußen dunkel und innen die Beleuchtung an ist, dann sieht man die Europaflagge außen gut. Egal..... zwei europäische Länder habe ich bereits besucht. Solange der Johnny läuft, wird alles gut gehen.

Ich komme viel schneller voran als gedacht, also bleibt mir viel Zeit, die Landschaft zu genießen.
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Hohentauern-Pass in 1274 Metern Höhe



LIEZEN ist eine Stadt am Fuße der Hohen Tauern. Dort habe ich eine leere Gasflasche getauscht, Verpflegung gekauft und mich auf den Weg nach Süden gemacht. Das schöne friedliche Tal auf etwa 800 Metern war frühlingshaft gestimmt und neugierigen Interessenten gab ich gerne Auskunft darüber, dass ich bereits 1.500 Km gefahren bin, dass ich aus der Nähe von Frankfurt am Main komme, dass der Johnny nicht 40, sondern nur 30 km/h fährt, dass er über 30 Jahre alt ist und ich bis nach Sarajewo in Bosnien- Herzegowina fahren will. Nein, irre bin ich nicht, aber ein bisschen verrückt schon.

Dass ich am heutigen Montag, dem 25.4.2016 nochmals in heftiges Schneegestöber komme, hätte ich in Liezen nicht gedacht, doch es kam sogar ganz heftig. Steil bergauf, viele Kurven und eine Menge nasser Schnee, so dass die Scheibe in der Kabine bei +2 Grad Celsius beschlug und der Scheibenwischer seine Mühe hatte. Nach ewig langer Fahrt, bei der ich sogar einmal die Lastschaltstufe verwenden musste (jeder der 8 Vorwärts- und 4 Rückwärtsgänge kann durch eine kupplungslose Umschaltung mit dem Ganghebel die Geschwindigkeit um 20 % verringern und den Drehmoment, d.h. die Kraft um 27 % erhöhen), kam ich in einen Ort. Leicht erschöpft fuhr ich zum Gemeindeamt von HOHENTAUERN und erkundigte mich bei einer netten Dame in der Tourist-Info, wie weit das mit dem Sauwetter auf dieser Strecke noch gehen würde. Sie lächelte und sagte, dass es auf alle Fälle besser werden wird, denn hier sei die höchste Stelle (1274 Meter). So kam es auch und die schneebedeckte Landschaft gewann ihren Reiz zurück. Bergab wurde es immer wärmer und der Schnee verschwand.......
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Bergabfahrt in Richtung JUDENBURG



Bei herrlichem Sonnenschein fuhr ich bergab, kaufte bei einem John-Deere-Händler eine Kartusche Abschmierfett und folgte einem idyllischen Wildbach, wie hier auf dem Bild zu sehen ist.
Langsam nähere ich mich der Grenze von Steiermark zu Kärnten. Schade, denn der Sender Radio Steiermark bringt genau die Musik, die mir gefällt. Das ist auch ein Grund, an dem Südhang der Tauern nach einer Übernachtungsmöglichkeit zu suchen. Auf meiner Karte war in der Nähe der Burg Rothenfels ein Campingplatz eingezeichnet. Dies ist etwa 25 bis 30 Km westlich von der Kreisstadt Judenburg, die ich nun nicht mehr zu sehen bekomme. Schon wegen ihres Namens hätte es mich interessiert, einiges über diese Stadt zu erfahren.

Leider gelingt es mir nicht immer, alle Schreibfehler zu korrigieren, denn Internet ist auf meiner Reise in den Lokalen sehr oft zeitlich begrenzt. Ich würde mich freuen, wenn Sie mir die Schreibfehler per E-Mail melden, vielen Dank.
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Burg Rothenfels bei Oberwölz in der Steiermark



Der Campingplatz an der Burg Rothenfels, die bis 1803 zum Bistum Freising gehörte, ist heute im Privatbesitz und an ihrem Abhang ist terrassenförmig ein wunderschöner Campingplatz angelegt, auf dem ich mich gleich in eine idyllische Ecke eingeparkt habe. Die Betreiberin des Platzes hat mich auf meinem Stellplatz begrüßt, weil sie von der außergewöhnlichen Zugmaschine ein Foto machen wollte.
An diesem Ort werde ich jetzt einige Tage bleiben, die Landschaft lädt zum wandern ein. Auch bin ich zeitlich gut im Plan und kann mich richtig auf die sicherlich anstrengende Fahrt durch Slowenien, Kroatien und Bosnien vorbereiten. Ein paar Tage tun meinem Weggefährten Johnny auch mal ganz gut.

Hier bin ich auf der Zufahrt zu dem Ort Oberwölz. Die Burg ist deutlich zu erkennen.
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Wanderung am 26.5.2016 durch die Berge oberhalb von Oberwölz



Die Stadt Wölz hat etwa 3000 Einwohner (der Kernort nur 1000, ist die kleinste Stadt in der Steiermark) und liegt in einem Tal an einer Stelle, an der einige Gebirgsflüsse zusammen fließen. Zunächst habe ich meinen Laptop in den Rucksack gepackt und wollte im "Cafe 7", in dem es Internet gibt, die letzten Bilder hier einstellen. Dienstags Ruhetag. Also ging ich, weil ich ja schon gestiefelt und gespornt hier stand, bergauf auf der rechten Seite eines Bergbaches Richtung Norden, obwohl auf einem Schild auf die fehlende Brücke hingewiesen wurde, die ich auf alle Fälle überschreiten musste, wollte ich den selben Weg nicht wieder zurück gehen. Die Brücke war wahrscheinlich durch das Schmelzwasser im Frühjahr hinfort gespült worden, Reste habe ich noch am Ufer ausgemacht. Der Bach hatte doch eine enorme Geschwindigkeit, aber mein militärisch geübter Blick hat mich an die Stelle geführt, wo ich über Steine das andere Ufer erreichen konnte. Sicherheitshalber habe ich alles, was nicht nass werden durfte, in meiner Jacke "ganz oben" verstaut, aber ich blieb, bis auf meine Stiefel, trocken.


Nach 4 Stunden, etwa 13 Kilometern und einem Höhenunterschied von 400 Metern kam ich wohlbehalten am Campingplatz an. Auf dem Bild sieht man die herrliche Landschaft, fotografiert vom höchsten Punkt der Wanderung.
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Mein Stellplatz auf dem Campingplatz



Direkt unterhalb der Burg habe ich meinen Johnny und den Wohnwagen rückwärts so hingestellt, dass ich ohne lange zu rangieren los fahren kann und der Wohnwagen einigermaßen waagerecht steht. Das ist wichtig, sonst läuft das flüssige Fett beim Brutzeln in der Pfanne auf eine Seite. Zu den Sanitärräumen und der Müllstation habe ich ca. 120 Meter zu gehen.


Auf dem Campingplatz ist Vorsaison. Außer mir und einem kleinen Wohnmobil ist der Platz nur von etwa 20 Dauercampern belegt. Es sind etwa noch 80 % der Plätze frei.
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Rückkehr des Winters



Als ich am Mittwoch morgens um 06.00 Uhr wach wurde, traute ich meinen Augen nicht. Schnee fiel in großen Flocken vom Himmel und blieb liegen, auch nachmittags schneite es weiter. Bei +2 Grad wird er hoffentlich nicht lange liegen bleiben, falls doch ist es auch nicht schlimm. Nur nächste Woche will ich weiter fahren und hoffe, dass der Pass hinter Klagenfurt auf 1367 Metern schneefrei ist. Dort ist auch die Grenze zu Slowenien. Die Strecke bis Split sind etwa 600 Km, die ich in drei Tagen schaffen kann, denn offizielle Stellplätze sind in Slowenien und Kroatien rar, man will die Durchreisenden zwingen, Campingplätze an zu fahren, was ich auch tun werde. In allen anderen europäischen Staaten ist das Übernachten auf Parkplätzen erlaubt, aber in Slowenien und Kroatien nicht. Entweder finde ich einen Platz bei einem Bauernhof bzw. einem Hotel/Gasthof, oder ich fahre auf einen Campingplatz, denn ich gehe auf keinen Fall ein Risiko ein. Nach jetzigem Planungsstand werde ich Sarajewo von Split aus mit einem Leihwagen besuchen, denn die schlechten Straßen über die Balkanberge muss ich meinem Johnny nicht antun. Dort sollen viele Kriegsspuren noch nicht beseitigt sein, und ein Kleinwagen für einen oder zwei Tage zu mieten ist sicherlich erschwinglich.


Man vergleiche dieses Bild mit dem vorigen. Ich dachte, der Frühling sei da, aber Schnee liegt auf den Blüten der Kirschbäume.
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April, April, der Schnee ist weg



Gestern und vorgestern lag noch überall Schnee. Da ich eher ein Sommer-Sonnen-Wärme-Mensch bin, habe ich mich am 27.4.2016 verkrochen und einen ganz faulen Tag gemacht...... was mich aber nicht zufrieden stellte. Als am 28.4. der Schnee allmählich von den Wegen und Straßen verschwand, ging ich mal in den Nachbarort Winklern, um zu sehen, was der dortige New Holland-Landmaschinen-Händler so anzubieten hat. Hier in den Bergen sind Traktoren gefragt, die höchstens ungefähr die Stärke meines Johnnys haben, denn hier wird nur Forst- und Viehwirtschaft betrieben. Alle neuen blauen Traktoren hatten Plastik-Hauben und -Kotflügel, bei John-Deere-Traktoren ist das nur bei den kleinen unter 100 PS der Fall. New Holland kam in Europa in den letzten Jahren groß raus, weil sie etwa um bis zu 35 % billiger als die entsprechenden JOHN-DEERE-Traktoren waren. Im Jahre 2015 sind sie dermaßen in der Zulassungsstatistik abgestürzt, dass ich mir das nur so erklären kann: "Einmal so einen Billigheimer, dann nie wieder". Natürlich bin ich als JOHN-DEERE - Fan nicht objektiv, aber an irgend etwas muss es doch liegen, dass die Grün-Gelben zwar teuer, aber in der Zulassungsstatistik die Nummer 1 in Europa und weltweit sind.....


Heute am 29.4. habe ich meine dritte Bergwanderung absolviert. Diesmal ging es richtig nach oben und innerhalb von 6 Stunden habe ich 12 Kilometer geschafft..... geschafft war ich auch.
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Großwaschtag

Dass der Haushalt in einem Wohnwagen überschaubar bleibt, kann man verstehen. Allerdings verursacht man doch eine Menge Schmutzwäsche, so dass ich jetzt hier einen zweiten Waschtag eingelegt habe. Zwei Waschmaschinen voll Wäsche gab es und nach einem Tag im Waschraum auf dem Wäscheständer war fast alles trocken. Nur die Jeans sind dicker und trocknen langsamer.

Dieses Wochenende bleibe ich noch hier. Am Samstag wird hier an mehreren Stellen ein Maibaum aufgestellt. Dies nutzt die Wölzer Bevölkerung, um abends aus zu gehen. Vielleicht trinke ich da auch mal ein Bier. Am Montag, dem 2. Mai will ich weiter fahren, vorher ist Abschmieren der Vorderachse angesagt. Zunächst brauche ich noch etwa einen Fahr-Tag bis zur Slowenischen Grenze. In Slowenien will ich mir die Burg in der Hauptstadt Ljubljana, früher Laibach, ansehen, weil mein Vater dort als Kriegsfreiwilliger kurz vor Ende des Krieges gewesen ist. Slowenien ist auf meiner Fahrstrecke nur 165 Km breit, so dass ich dort normalerweise nicht übernachten muss. Dies ist in Slowenien und im anschließenden Kroatien nur auf dafür bestimmten Plätzen, im Prinzip auf Campingplätzen, erlaubt, und in Slowenien kommt noch erschwerend hinzu, dass Traktoren an Sonn- und Feiertagen, sowie bei Dunkelheit nicht fahren dürfen. Nach jetziger Planung werde ich die 650 Km von der österreichischen Grenze bis an die Adria bei Split an vier, maximal fünf Fahrtagen durchfahren. In Split habe ich mir einen Campingplatz ausgesucht, von dem aus ich entweder mit einem Leihwagen oder mit dem Bus nach Sarajewo fahre, um mir diese historische Stadt an zu sehen. Möglicherweise ist sogar noch ein Abstecher nach Dubrovnik drin, wäre schön.


Hier meine nasse Buntwäsche auf zwei Wäscheständern im Sanitärraum.
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Maibaum

In der Nacht zum 1. Mai wird am späten Nachmittag, bzw. am frühen Abend der Maibaum aufgestellt. Viele Bürger in der Stadt Wölz haben in ihrem Garten einen kleineren Maibaum aufgestellt. Der große Maibaum in der Mitte der Altstadt erforderte schon eine größere Anstrengung. Zunächst wurde der etwa 14 Meter lange und am unteren Ende ca. 60 cm Durchmesser große Stamm, waagerecht aufgebockt. Dann haben einige fachkundige Männer die Baumkrone befestigt und drei Frauen haben die Äste bunt geschmückt. Später wurde eine Girlande angebracht und der Maikranz mit Ketten festgebunden. Das Loch, in dem der Maibaum zum Stehen kam, war etwa 1,50 Meter tief ausgehoben.

Die Vorbereitungsarbeiten mit Kettensägen, Frontlader und Akkuschraubern hat nach und nach viele Zuschauer angelockt. Dann wurden Stützen und Stangen angebracht und der gemischte Chor hat zwei Heimatlieder gesungen, bei denen ich zugeben muss, dass ich vom Text nicht viel verstanden habe. Ich habe einen Teil der Lieder mit der Kamera gefilmt und wenn ich mir diesen Film anschaue, besteht dann doch noch die Möglichkeit, alles zu verstehen. Als dann der Sponsor des Baumes noch einige Worte gesprochen hat, gingen alle Männer, die umher standen, zu den Stangen, die fischgrätenartig am Baum mit Stricken angebracht waren, und auf Kommando eines Gesamtverantwortlichen wurde der Baum Stück für Stück aufgerichtet und nach etwa 45 Minuten stand er senkrecht im Loch und wurde stabilisiert.


Die Arbeiter wurden aus den umliegenden Lokalen mit Bier und von den Organisatoren mit Schnittchen versorgt.
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Nordseite der Karawanken

Der letzte Alpen-Bergrücken auf meiner Fahrt nach Süden sind die Karawanken mit über 2.500 Metern. Diese Berge steigen sehr steil an und der angestrebte Loibl-Pass liegt zwar bei 1.300 Metern, wird aber auf 1.058 Höhenmetern abgekürzt durch einen 1.540 Meter langen Tunnel, der die Überquerung sehr erleichtert.

Hier durchquere ich vor den Karawanken das Tal der Drau, deren hellgrüne Färbung auf die niedrige Wassertemperatur zurück zu führen ist. Auch wirkt sie sehr sauber und ist in dem Bereich, in dem ich sie über eine imposante Brücke überquere, durch Dämme begradigt, sonst würde sie das Tal zu einem See machen.


Ich habe gleich hinter der Brücke am Fuße eines Hanges direkt neben einer Selbstbedienungs-Waschanlage übernachtet und dachte, dass ich nachts meine Ruhe habe. Auch bei Dunkelheit haben Leute hier ihr Auto gewaschen, was durch die intensive Beleuchtung kein Problem war. Davon habe ich mich nicht stören lassen und konnte gut schlafen.
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Fahrt zum Loibl-Pass-Tunnel

Die Fahrt hinauf zum Loibl-Pass war absolut abenteuerlich. Wenngleich der Johnny bisher ohne auch nur im Geringsten wegen einer Steigung zu mucken im großen Gang fast mit Standgas bergauf fuhr, war er hier jedoch richtig gefordert. Ich musste nicht nur einen Gang zurück schalten, sondern auch an einer Steigung mit 22 % die Lastschaltstufe verwenden. Gut, dass ich schwindelfrei bin. Einen Blick hinab gleich neben dem Hinterrad war fast beängstigend, aber man muss einfach Vertrauen in die Kunst des österreichischen Straßenbaus haben, sonst hätte ich zu Hause bleiben müssen.....

Ein Blick nach oben entschädigt für jede Mühe. Oben vor dem Tunnel angekommen, haben mir Slowenen in Fahrzeugen, die mir entgegen kamen, zugewunken, ich solle doch sofort weiterfahren und nicht anhalten..... aber es war zu spät. Eine österreichische Polizistin kam schon aus ihrem Pavillon und wies mich auf einen Platz abseits des angestrebten Tunneleinganges. "Fahrzeugpapiere bitte..... Sie wissen ja, dass hier nur Anhänger bis 0,75 Tonnen durchfahren dürfen...." Ich stellte mich dumm (was mir ja nicht schwer fällt), schaute mit mitleidserregendem Blick zu der streng dreinblickenden Polizistin hin... "Hmmm, 1200 Kg Zul. Gesamtgewicht..... Sie müssen eigentlich durch den Karawanken-Tunnel fahren. " Ich sah mich schon einen halbwöchigen Umweg nehmen, denn der Karawanken-Tunnel ist ein Autobahntunnel. "Ok, fahren Sie vorsichtig weiter, gute Fahrt!" sprach sie, ohne ihre Mine auch nur einen Moment zu erhellen. An dieser Stelle nochmals herzlichen Dank. Der Felsbrocken, der mir vom Herzen fiel, ist heute noch echomäßig zu hören.
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Südseite der Karawanken

Nach der 12-minütigen Durchfahrt des Loibl-Pass-Tunnels schien die Sonne und der Sommer lachte mich an. Es lag hier noch Schnee und die Außentemperatur lag bei +5 Grad, aber der klare Himmel hieß mich willkommen in SLOWENIEN, dem ersten Land Yugoslawiens, das der EU beigetreten ist und seit 2007 den EURO als Währung hat.

Die Talfahrt war viel weniger spektakulär als der Anstieg auf österreichischer Seite, es ging moderat bergab und auf keinen Fall so tief runter wie ins Tal der Drau. Dafür war die Straße wesentlich schlechter und manchen Brücken konnte man ansehen, dass sie in Deutschland schon vor 30 Jahren hätten erneuert werden müssen. Aber sie haben mich und mein Gefährt ausgehalten und ich bin wohlbehalten Richtung Ljubljana gefahren.
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Gedenkstätte

Jeder, der durch die Länder in Europa reist, die im 2. Weltkrieg deutsche Besatzung oder deutsche Herrschaft erfuhr, trifft immer wieder auf Spuren und Reste einer Vergangenheit, deren Zeitgenossen immer weniger werden. Die Gräueltaten der Nationalsozialisten dürfen nicht in Vergessenheit geraten, insbesondere in einer Zeit, in der in ganz Europa rechte Propagandatöne zu hören sind. Ich erwarte von allen europäischen Mitbürgern, sich ausdrücklich gegen nationalistische, nationalsozialistische oder rechtspopulistische Töne konsequent zu wehren und ihnen Einhalt gewähren.

Auf der Abfahrt vom Tunnel nach Süden kam ich alsbald an eine Stelle, wo eine Gedenkstätte an das KZ-Außenlager MAUTHAUSEN-LJUBLJ (1943 bis 1945) erinnert. Hier haben über 1.300 Internierte des KZ Mauthausen innerhalb von 8 Monaten den Tunnel durchbrochen. Arbeitsunfähige, Kranke und Erschöpfte wurden ersetzt und zurück nach Mauthausen verlegt, wo sie der Tod erwartete. Hier direkt wurden 40 Menschen ermordet, 26 versuchten die Flucht, aber nur 21 gelang diese. So viel Erleichterung die Durchfahrt durch den Tunnel erbringt, so viel Elend hat seine Erbauung gekostet. Die Gedenkstätte wurde 1954 errichtet.
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In den Schluchten des Balkan



LJUBLJANA, die Hauptstadt Sloweniens

Warum will ich mit dem Traktor ausgerechnet in eine Großstadt fahren? LJUBLJANA ist für mich deshalb ein historischer Ort, weil mein Vater sich im November 1944 als 16-jähriger Jugendlicher, der in seinem Leben nur diese nationalsozialistische Diktatur kannte und auch bewunderte, freiwillig zum Kriegsdienst gemeldet hat. Zu diesem Zeitpunkt waren seine drei älteren Brüder schon im Krieg, Karl sogar als 19-jähriger vor Stalingrad gefallen. Hans war als Angehöriger des Afrika-Korps in den USA als Kriegsgefangener und von Heinrich, der Titos Partisanen im Balkan gejagt hatte, hat man seit seiner Einberufung 1943 nichts mehr gehört (er kam 1946 aus amerikanischer Kriegsgefangenschaft traumatisiert zurück). "Ich will den Krieg gewinnen, ich muss in den Krieg!" begann mein Vater Kurt, Jahrgang 1929, immer seine Kriegserzählungen. Sein Vater Jakob hat ihm darauf hin den Arsch gehauen, aber es nützte nichts, er war nicht auf zu halten. Ich selbst konnte dies in meiner Kindheit nicht richtig einordnen und nachdem ich als Offizier der Bundeswehr die Tatsache, dass wir hier in Europa lange Frieden haben, richtig einzuschätzen gelernt habe, möchte ich alle diese Überlegungen, die meinen Vater betreffen, mit dem Besuch von Ljubljana zum Abschluss bringen.

Die Burg mitten auf einem Berg in Ljubljana beherbergte im 2. Weltkrieg eine Elite-Nachwuchs-Schule der SS. Dort war mein Vater etwa 4 Wochen zur "Ertüchtigung" und politischer Ausbildung, als die US-Truppen von General Patton beiderseits der Adria Richtung Norden vorstießen und auch Ljubljana, das damals LAIBACH hieß, einnahmen. Die fluchtartige Evakuierung der SS-Schule endete in der Gefangennahme der Lehrgangsteilnehmer. Ein amerikanischer Sergeant hat ihm bei der Gefangennahme auch den Arsch gehauen......
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Die Schluchten des Balkans

Wäre Karl Mai tatsächlich auch in den Schluchten des Balkans gewesen, er hätte seine Landschaftsbeschreibungen nicht treffender abfassen können. Ich konnte mich sehr gut an die Bilder, die ich beim Lesen seiner Bücher in meiner Vorstellung entwickelt habe, erinnern, als ich durch die Landschaft fuhr. Da die Straßen, die man mit den Bundestraßen vergleichen kann, auch nicht besser waren als Nebenstraßen, hielt ich mich an das Verbotsschild, das Fußgänger, Fahrräder und Traktoren fern hielt. Allerdings war die Hauptfahrtrichtung auf den teilweise einspurigen Wegen nicht immer zu erkennen, in den Orten wurde es zum Teil sehr eng. Ich konnte an den angefahrenen Dächern, die tief über die Fahrbahn ragten, erkennen, dass ich nicht der einzige war, der unheimlich aufpassen musste, denn mein Johnny hat schon eine beachtliche Höhe von knapp 3 Metern. Zweimal habe ich mich verfahren, aber sehr freundliche Leute haben mir zum Teil in gutem Deutsch den Weg gezeigt.

Plötzlich stand mitten im Wald ein Warnschild, ich brauchte nicht mehr als das Wort Asphalt zu verstehen, um zu erkennen, dass die Fahrbahn nicht mehr asphaltiert war. Gottseidank war die Schaukelei nach 2 Km vorbei und die Asphaltdecke war wieder vorhanden. Traktoren haben nun mal keine Federung.
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Bezaubernde Landschaft

Die Jahreszeit bot ein überwiegend grünes, frisches Kleid. JOHN-DEERE wusste schon, warum er seine Produkte in genau diesem Grün des Frühlings lackierte.....

Steile Abhänge, wellige und auch teilweise sanfte Hügel, die recht enge Täler einschlossen, führen Bäche und Flüsse in Farben, die mir die Assoziation "klar, frisch, gesund" aufdrängten. Allerdings reihen sich nur kleine Dörfer und Gehöfte an einander, eine Stadt ist auf der Fahrt durch den Süden Sloweniens nicht in Sicht.

Die Hügel im Hintergrund sind schon auf kroatischem Boden.
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Campingplatz VINICA in Slowenien

Der Campingplatz direkt an der Brücke des Kolpa-Flusses, die als Grenzübergang zu Kroatien dient, war noch nicht saisonmäßig eröffnet, so dass ich ganz allein dort stand. Jedenfalls war ich glücklich, nach 11 Stunden fast ununterbrochener Fahrzeit hier an zu kommen. Als ich am Morgen des 4. Mai sah, dass es regnete, beschloss ich, noch eine weitere Nacht hier zu bleiben. Das zweite Warndreieck, das bei Gespannfahrzeugen in SLOWENIEN vorgeschrieben ist, hätte ich nicht kaufen brauchen, denn ich wurde nicht ein einziges Mal kontrolliert, aber sicher ist sicher.

Ich stand hier im hohen Gras einer nassen Wiese. Da der Wohnanhänger ursprünglich schief stand, legte ich einige Steine unter ein Rad, um dies aus zu gleichen. Als dann das andere Rad im nassen Boden versank, stand ich doch schief, dieses mal aber in die andere Richtung. Am nächsten Morgen fuhr ich bei Sonnenschein über die Brücke und war in Kroatien.
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Zwischen der Grenze

Die Grenze verläuft hier in der Mitte des Flusses.

An dieser Stelle verlasse ich Slowenien und fahre auf das Begrüßungsschild in Kroatien zu.
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Spuren des Balkankrieges in den 1990er Jahren

Im Nordwesten Kroatiens fuhr ich zwischen der Ortschaft GENERALSKI STOL und den Plittwitzer Seen durch einige Orte, die fast überwiegend aus Häusern bestand, die leer standen und verfallen wirkten. Viele hatten Einschusslöcher von Handfeuerwaffen. Das sah zum Teil gespenstisch aus und machte mich sehr traurig. Rund um diese Ruinen wurden neue Häuser gebaut und es sah so aus, als wenn dies alles die Bewohner nichts anging.

Dieses Haus war unbewohnt und man kann die Einschusslöcher noch deutlich erkennen.
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Campingplatz BÄR in der Nähe des Einganges zum Nationalpark PLITTWITZER SEEN

Am frühen Nachmittag trafen fast zur gleichen Zeit 6 Wohnmobile und ein Traktorgespann ein. Der Stellplatzbesitzer begrüßte uns alle mit einem Slivowitz und unterhielt uns mit kleinen Zauberkunststücken. Sofort entwickelte sich eine lockere Athmosphäre zwischen deutschen, österreichischen und niederländischen Campern. Ein Ehepaar aus GUBEN in Brandenburg verteilte frisch gekauften Ziegenkäse, die Österreicher aus Kärnten luden mich zum Abendessen ein und bei einem Ehepaar aus Bautzen saßen wir diskutierend und Schnaps und Bier trinkend zusammen.

Wer mich kennt weiß, dass ich mich bei den Diskussionen immer sehr zurück halte ..........
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Die PLITTWITZER SEEN etwa 150 Km nördlich von ZADAR

Im Landesinneren von Koatien gibt es den Naturpark Plittwitzer Seen. Dabei handelt es sich um ein Tal, in dem die Natur unberührt blieb und die Kalksteinfelsen des Jura durch Auswaschen der Felsen und Ablagerung des Kalkes eine einzigartige Landschaft gebildet haben. Ein Wasserlauf hat somit Terrassen gebildet, die sich ständig verändern und das Wasser in Kaskadenform bergab bringt. Etliche Seen haben sich dort gebildet und die kroatische Naturschutzbehörde hat einige Rundwanderwege erschlossen, die zu den schönsten und beeindruckendsten Orten führt, an denen das kristallklare Wasser in die Tiefe stürzt.

Im Folgenden zeige ich hier einige Bilder, die nur einen geringen Einblick in dieses Naturschauspiel bieten.
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Die PLITTWITZER SEEN

Dass diese Landschaft, deren Steine nicht grau oder rot, sondern weiß sind, in den 60er Jahren die Kulisse für die Karl-Mai-Filme bildete, hat den Filmen einen besonderen Reiz gegeben. Inhaltlich waren die Filme nicht annähernd so spannend oder interessant, und schon gar nicht so identisch wie die Romane von Karl Mai. Für mich persönlich hat Karl Mai eine wichtige Rolle gespielt, weil er mich in meiner Jugendzeit zum Lesen inspiriert hat. Darüber hinaus haben die Bücher Karl Mais auch viel mehr Informationen über die Zustände in den USA und im Osmanischen Reich geliefert, die ich aber erst später so richtig einordnen konnte. Wer hat sich nicht mit Old Shatterhand und Winnetou als pubertierender junger Mensch identifiziert (die Mädels natürlich mit Ntscho-Tschi, der Schwester Winnetous)? Karl Mai, der sich den Namen Old Shatterhand im Wilden Westen gab und Kara Ben Nemsi im Osmanischen Reich, waren die Hauptpersonen seiner Reiseberichte, die er in der 1. Person singular schrieb. Und dann noch die Schauspieler, deren Gesichter man hier als Aushängeschilder an Restaurants und Geschäften sehen kann, waren für eine ganze Generation Vorbilder für das Gute und Wahre und Edle. Pierre Brice als Apachenhäuptling Winnetou, Lex Barker als Old Shatterhand , (die beide bereits verstorben sind), und Ralf Wolter als Darsteller mehrerer Figuren von Karl Mai (Tante Droll, Hadschi Halef Omar Ben Hadschi Abul Abbas Ibn Hadschi Dawuhd al Gossarah und anderen), auch Mario Adorf (er hat mehrmals Schurken in den Filmen gemimt) sind mir jedenfalls noch sehr gegenwärtig.
Hier begegnest Du Winnetou und seinen Freunden überall und der Silbersee kann nur genau so ausgesehen haben, wie der See hier auf dem Bild.
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Die PLITTWITZER SEEN und ihre Kalkfelsen

An Stellen wie diesen kann man den vom Wasser ausgewaschenen Kalkstein, wie er porös und bröckelig ist, hier überall sehen. Als Mauerstein ist er nicht gut zu verwenden, aber weil die Bewohner dieser Gegend nur diesen Stein haben, müssen sie ihn verwenden, aber dann das Mauerwerk sehr oft erneuern.

Fotografiert abseits der befestigten Wege.
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Wasserfälle und Kaskaden überall

Beim Erwandern der schönen Landschaft konnte ich mich gut austauschen mit zwei anderen Ehepaaren, die auch auf dem Wohnmobil-Stellplatz standen wie ich. Der Stellplatzbesitzer hat uns zum Eingang gefahren und auch nach Beendigung unserer Erkundungstour wieder abgeholt.

Hat hier im Hintergrund nicht Winnetous Schwester gebadet? Ich sehe diese Filmszene noch deutlich vor mir.
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Der schönste Wasserfall

Ivan Spehar vom CAMP BEAR hat uns sicher und zuverlässig genau an die richtigen Stellen gefahren und uns mit seinen Tipps gut beraten, danke Ivan.

Hier zum Abschluss unserer 6-stündigen Wanderung das Bild des schönsten Wasserfalls.
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BAER-Camp Plittvicka

Hier sehen wir die Einfahrt zum Wohnwagen- und Wohnmobil-Stellplatz. Ivan hat sich dieses Reich selbst erschaffen, das Haus gebaut, wo er mit seiner Familie wohnt, als Hobby macht er Holzschnitz-Arbeiten mit der Kettensäge und verkauft die Skulpturen. Vorne an der Straße steht ein Bär. Irgendwie hat mir das gefallen und da bin ich zu ihm gefahren und nicht auf den großen Campingplatz gegenüber. Nun sind vier Tage rum und der nächste Aufenthalt ist Split an der Adria.

Ivan ist im Ruhestand und kann sich hier so richtig verwirklichen.
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Kroatische Fahne

Ich bin auf diesem Campingplatz nicht der erste Deutsche, der mit einem Traktor aufkreuzt. Voriges Jahr war ein Christian hier, und der bekam genau wie ich eine kroatische Flagge, die ich gleich an der Fahrerkabine angebracht habe. Isolierband hatte er gleich mit dabei.

Hier sehen wir Ivan Spehar nach der "Flaggenparade"
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Weiterfahrt Richtung Split

Zur Weiterfahrt Richtung Süden habe ich mir eine Strecke herausgesucht, die abseits der großen Straße zum Teil entlang der Grenze zwischen Kroatien und Bosnien führte. Die abgelegenen Dörfer zeigten ein recht ärmliches Bild, und immer wieder verlassene Häuser. Ich frage mich wirklich, wo die Menschen sind.

Diese Straße führt etwa 25 Km südostwärts der Plittwitzer Seen nach Süden, die Berge links der Straße gehören bereits zu Bosnien.
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Die Landschaft

Durch die Teilung Jugoslawiens wurden Grenzen gezogen, die es erforderlich machte, die Ortschaften an der Grenze mit neuen Straßen zu verbinden. So entstanden sowohl auf bosnischer, als auch auf kroatischer Seite fast parallel verlaufend neue Straßen, die sich an den Berghängen entlang schlängeln.

Man merkt der Landschaft den typischen mediterranen Einfluss an.
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Übernachtung auf dem Parkplatz

Auf öffentlichen Parkplätzen ist das Übernachten streng verboten und ich wollte auf keinen Fall erwischt und abgezockt werden. Hier auf dem privaten Parkplatz vor einem Restaurant in der Nähe von der Stadt KNIN konnte ich stehen bleiben. Nachdem ich dort Cevapcici gegessen und ein Bier getrunken hatte, ließ mich der Wirt dort über Nacht stehen. Als ich vom Restaurant zum Wohnwagen gehen wollte, sah ich ein Auto mit Mannheimer Kennzeichen hier parken. Ich drehte mich um und fragte, wer deutsch spricht..... und schon war ich mitten unter den Einheimischen und wir erzählten und tranken bis spät in die Nacht hinein. Heftige Diskussionen entfachten sich, zumal ein ehemaliger Colonel der bosnisch-kroatischen Armee im Bürgerkrieg sich auf englisch mit mir gut verständigen konnte. Es war sehr sehr schwer, seine rückwärts gewandte Sichtweise in Bezug auf die Zugehörigkeit Bosniens zu Kroatien zu verstehen und ihm eine friedliche europa-gerichtete Zukunft nahe zu bringen.

Der Mann mit der besten Singstimme Südeuropas und der ehemals weltbeste Boccia-Spieler, sowie der beste Maurer Kroatiens diskutierten mit mir um das Weltheil. Viel Bier macht alles möglich....
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Der erste Blick auf die Adria bei Split am 10. Mai 2016

Mit Split hatte ich den südlichsten Punkt meiner Traktorfahrt erreicht. Hier werde ich auf einen guten Campingplatz fahren und mir die historische Altstadt von Split ansehen.

Der Blick aus der Traktorkabine in Richtung Split mit der dahinter liegenden blauen Adria bot sich mir am Mittag des 10. Mai, mit 2.366 Fahrkilometern habe ich etwa die Hälfte der Strecke gefahren. Nun sind sicher ein paar Tage Urlaub drin, oder?
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Der Traktor auf dem Campingplatz

Endlich rasieren und duschen. Aber vorher musste ich natürlich vielen Interessierten Rede und Antwort stehen zu den Fragen, die ich hier jetzt nicht zu schreiben brauche, oder? Und ein nettes Ehepaar, das ich bereits bei Ivan auf dem Stellplatz in Plittwitz getroffen habe, steht auf dem übernächsten Platz.

Einige Tage werde ich hier bleiben. Ich habe bereits meine Wäsche gewaschen und zum Trocknen aufgehängt, am morgigen Mittwoch ist Stadtbesichtigung und Einkaufen angesagt, vielleicht versuche ich auch mal das Wasser zu testen, denn schwimmen werde ich bestimmt in der Adria, und wenn es sein muss, auch bei 15 Grad Wassertemperatur. Mehr über Split demnächst.
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Adria und Istrien



SPLIT, die zweitgrößte Stadt Kroatiens

Split ist die südlichste Stelle, zu der ich mit dem Traktor fahre. Ab hier geht es an der Adria entlang und durch Istrien in Richtung Italien. Heute am Donnerstag, dem 12. Mai 2016, habe ich die Altstadt von Split besichtigt. Bei leichtem Regen und in Massen von Touristen bin ich sehr früh die etwa 6 Km mit dem Bus der Linie 60 mitten in die Altstadt gefahren. Ein permanent eingerichteter Wochenmarkt, auf dem man alle Früchte, Gemüse und Obst der entsprechenden Jahreszeit recht günstig einkaufen kann, was ich auch gemacht habe, denn die nächste Mahlzeit wird eine Gemüsesuppe sein.

Der römische Kaiser Diokletian, der bis 305 n.Chr. regiert und dann abgedankt hatte, baute sich in der Nähe seiner Geburtsstadt (heute Solin) einen Palast als Alters-Ruhesitz. Groß und rechteckig wie alle Römer bauten, ist der Palast in seinen Dimensionen heute noch klar zu erkennen, denn die Altstadt hat sich innerhalb dieser Anlage dahingehend entwickelt, dass die Bürger die Gebäude später ganz einfach als Wohn- und Geschäftsgebäude nutzten. Sein 8-eckiges Grabmal wurde als Kathedrale umgebaut und mit einem hohen Turm, dem Campanile, versehen. Das hätte sich der Christenverfolger nicht denken lassen. Spätere Einflüsse aus byzantinischer und vor allem venezianischer Zeit sind überall zu erkennen. Baustile und Geschichte.... das sind ja so meine Themen und deshalb haben mich die alten Gemäuer eher interessiert als ein Besuch der zahlreichen Kunst-Galerien.

Mittags bin ich dann mit dem Bus wieder zurück gefahren und als ich in meinem Wohnwagen ankam, öffneten sich die himmlischen Schleusen und das Trommeln des recht starken Regens begleitete mich beim publizieren dieser drei Bilder aus Split.
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Palmen und Antike

Hier sehen wir die später aufgeschüttete Strandpromenade entlang des Diokletian-Palastes. Vorher war die Mauer des Palastes direkt am Meer, es gab eine kleine Anlegestelle und ein Tor.

Das warme Klima trotz Regens und die Palmen machen einem bewusst, dass Nordafrika viel näher ist als München.

Da ich ja einige Tage hier verbringen will, werde ich sicherlich diese schöne Stadt nochmals besichtigen. Alle Japaner sind schon vor Ort.......
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Frühe Neuzeit

In den letzten 400 Jahren unterlag die Stadt venezianischen Einflüssen, Venedig ist ja nur mal ein paar Hundert Kilometer quer durch die obere Adria hindurch entfernt.

Split hat heute etwa 190.000 Einwohner und ist eine der wichtigsten Industriestandorte in den Ländern des ehemaligen Jugoslawien. Maschinenbau, Fischerei, Handel und Tourismus sind die hauptsächlichen Wirtschaftszweige. Ob Kroatien irgendwann in nächster Zukunft den Euro als Währung bekommt, ist angesichts der noch immer nicht ganz überwundenen Euro-Krise fraglich. Jedenfalls tat ich mir schwer, mich an die Währungsumrechnerei zur kroatischen Kuna zu gewöhnen. Für 100 Euro konnte ich 733 Kuna eintauschen..... ich hätte doch einen Taschenrechner mitnehmen sollen.

Hier sehen wir den Palast des venezianischen Statthalters aus dem 19. Jahrhundert. Er hat fast genau die Kontur und die Abmessungen des Stadtschlosses von Fulda.
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Reparatur auf dem Campingplatz

An meinem Wohnwagen ist die Front kaputt. Das Ding besteht innen ja nur aus Pappe, die Wände sind aus Sperrholz und so dünnem Alublech, dass man nicht mal feste dran putzen darf, dann fällt alles zusammen. Das Wandinnere aus Styropor ist auch nicht stabiler. Der Vorbesitzer hat wohl den Wagen irgend wann einmal in seiner dreißigjährigen Lebenszeit, die nun bald zu Ende zu gehen scheint, das Ding angeeckt und demoliert und so schlecht repariert, dass alles, was Holz heißt, morsch ist und zerbröselt. Und an so einem Material ist die Stahl-Traverse, das ist das stabile Unterteil von der Anhängekupplung unter dem Wagen durch über die Achse mit den beiden Rädern zum Heck, angeschraubt. Wenn ich zu Hause wäre, hätte ich eine Metall-Fußboden-Unterteil-Konstruktion gebaut und unten drunter geschraubt. Aber ich bin ja 2.500 Km weit wech.... Also war ich im Baumarkt, hab mir Schrauben und Kanthölzer geholt, (Dort war ich auch wieder eine Sensation, wer fährt schon mit dem Traktor in eine Großstadt) einen 10-mm-Bohrer gekauft (Der Bohrersatz, den ich natürlich bei mir hatte, hörte bei 8 mm Durchmesser auf), und bin mit meinem Johnny auf den Campingplatz gefahren und hab die Nachbarn neben mir ordentlich mit Bohrer- und Hämmer- und Sägekrach genervt. Ich hab ihnen meine Visitenkarte gegeben und die Frau des Hauses charmant angeblinzelt, und schon war deren Aufregung zu Ende...... Zur Zeit schmort eine Gemüsesuppe in meinem Topf und will einfach noch nicht gar werden. Das Fleisch, das ich mir gestern auf dem Wochenmarkt gekauft habe, ist auch noch nicht zart.... (Wenn ich nur wüsste, ob es Lamm-, Rind-, Schweine- oder Ziegenfleisch ist). Ich lass mich mal überraschen, mit viel Knoblauch und Zwiebeln und Kräutern und Vegetta krieg ich schon was Tolles hin und von den 4 Litern Suppe kann ich mindestens zwei, vielleicht sogar drei Tage leben. Jetzt hängt mir aber der Magen auf halb sieben und wenn nicht immer wieder ab und zu irgendwelche Europäer vorbei kommen und meinen Johnny bewundern, wäre es langweilig. Eben war ein Engländer da und davor eine Familie aus Wien.



Hier sehen wir die Holzrahmen-Konstruktion, die der Vorderfront eine gewisse Stabilität verleihen soll, so dass ich sie morgen mit Drahtseilen an der Traverse befestigen kann. Abdichten werde ich dann alles mit Teichfolie. Alles Dobre, Hvala.
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Abstecher nach Bosnien

Bosnien und Herzegowina ist ein zentraler Staat mitten in Jugoslawien. Mein wichtigstes Ziel war es, den Bürgerkrieg in den 90er Jahren zu verstehen. Ich habe sehr viel gesehen und auch mit vielen Menschen, Einheimische und Touristen aus aller Herren Länder, gesprochen. Um es vorweg zu sagen, verstehen kann ich diesen Bürgerkrieg trotzdem nicht. Es gibt lediglich einige Aspekte, die die Ursachen des grundsätzlichen Konfliktes beschreiben. Dabei will ich es belassen und abschließend eine eher emotionale Bewertung abgeben.

Vorher einige Bilder von Orten, deren Besuch mir wichtig war. Allen voran S a r a j e v o.

Mit einem Leihwagen auf dem Weg von Split nach Sarajevo kam ich an einer Pilgerstätte vorbei, wo die Mutter Maria einem Mädchen erschienen ist. Für Katholiken ist Medugorje ein wichtiger Wallfahrtsort in einem Land, das durch die Glaubensrichtungen zerrissen ist.
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Die Brücke in Mostar

In Bosnien und Herzegowina (BiH) trifft man Katholiken, Moslems und orthodoxe Christen. Der Balkan war seit dem 4. Jahrhundert n. Chr. durch eine kerzengerade Linie, die von Norden nach Süden lief, geteilt, als der römische Kaiser Konstantin das Reich in Ost- und Westrom teilte. Das westliche Reichsgebiet wurde von Rom aus, das ostwärtige von Konstantinopel, später Byzanz (heute Istambul) regiert. Im Westteil wurde das Christentum "römisch-katholisch", im Ostteil "christlich-orthodox". Auch die Schrift war unterschiedlich: Im Westen schrieb man mit lateinischer Schrift, im Osten kyrillisch. Die Trennungslinie trennte die heutigen Länder Slowenien, Kroatien und Bosnien/Herzegowina von Serbien, Mazedonien und Montenegro. Da Bosnien/Herzegowina zentral lag, vermischten sich später die Konfessionen und als im 16. Jahrhundert die Osmanen (die Türkei ist der übrig gebliebene Rest des osmanischen Reiches) den Balkan eroberten und vor Wien standen, brachten sie auch den Islam in diese Länder. Seit alters her ist der religiöse Konflikt noch immer vorhanden.

Als im jugoslawischen Bürgerkrieg die Brücke in Mostar über die Neretva, die den westlichen christlichen Teil der Stadt vom ostwärtigen moslemischen Teil trennte, 1993 zerstört und nach dem Krieg 1997 mit Mitteln der EU wieder aufgebaut wurde, verbindet sie die noch immer religiös unterschiedlichen Teile wieder und bis auf wenige kleine Konflikte herrscht in Mostar Frieden.

Vor der Stadt Mostar, die nach dem Bürgerkrieg von Hans Koschnik, dem vormaligen Ersten Bürgermeister Bremens verwaltet wurde, sieht man dieses nebenstehende Bild, das die Brücke als UN-Weltkulturerbe zeigt.
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Herbert vor der Brücke in Mostar

Die alte Brücke ist wunderschön wieder aufgebaut worden und nun ein vielbesuchtes Touristenziel, an dem sich eine umfassende Gastronomie mit Souvenierläden angesiedelt hat. Von der Brücke stürzen sich waghalsige junge Männer etwa 12 Meter in die Fluten und sammeln anschließend ein kleines Geld von den zahlreichen Zuschauern ein. Das Ganze wird natürlich mit ein wenig Dramatik spannend gestaltet.

Hier fragte mich einer, was JOHN DEERE auf meinem T-Shirt bedeutet; ich sagte bloß "Mein Name ..."

Mostar, ein Muss für alle Balkan- und Adria-Besucher
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Vergiss nicht den Schrecken von 1993

Auf der Brücke befindet sich der Gedenkstein, der an die Zerstörung der Brücke im Jahre 1993 erinnern soll

Leider wurde dieser Stein vor einem Jahr entwendet und von der Brücke in den Fluss geworfen. Es waren kroatische Halbstarke, die gefasst wurden und dann sagten, wo sie den Stein hin geworfen hatten. Taucher fanden den Stein und nun ist er wieder an seiner alten Stelle. Schau Dir das Bild bitte genau an.


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SARAJEVO

Die Olympischen Winterspiele in Sarajevo 1984 waren ein friedliches Fest und alle Welt dachte, dass diese zerrissene Stadt endlich zur Ruhe gekommen ist. Und dann brach nach Titos Tod der Bürgerkrieg 1991 in Jugoslawien aus, alle drei Ethnien mit unterschiedlichen Pakten untereinander zerrissen die Stadt, sie wurde drei Jahre lang von den Serben unter Führung dieses Radovan Karacic belagert und fast ausgehungert. Die westliche Welt hat mit Flugzeugen, die eine kurze Landebahn brauchten, die Bevölkerung notdürftig aus der Luft versorgt. Im Steilflug musste der Flugplatz angeflogen werden, damit sie außerhalb der Reichweite serbischer Fliegerabwehrgeschütze waren. Die Bundesluftwaffe war damals auch beteiligt und es sind einige Maschinen dabei abgestürzt, soviel ich weiß. Die Anzahl der Toten kenne ich nicht. E gab zwei Massaker durch Einschlag serbischer Granaten auf dem überdachten Markt Markale. Dort starben über 75 Menschen, eine beeindruckende Gedenktafel erinnert an diese Kriegsverbrechen, für das u.a. Karacic zu 40 Jahren Haft am internationalen Gerichtshof in Den Haag verurteilt wurde.

In Sarajevo war durch das Attentat auf den österreichischen Kronprinz Ferdinand ein Auslöser des I. Weltkrieges entstanden. Diese Gedenkstätte ist auch sehr sehenwert. Hier ein Gebäude mit den Spuren des Bürgerkrieges von 1991 bis 1995.


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SARAJEVO, eine moderne Stadt





Ein modernes Einkaufszentrum in Sarajevo, modern wie in Frankfurt




Es gibt viele Facetten von Sarajevo. Modern, zerfallen, lebendig, orientalisch, herzlich und jung.


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SARAJEVO, eine lebendige Stadt





Hier sehen wir ein Haus, das bewohnt ist, aber an dem man die Einschusslöcher aus der Zeit der serbischen Belagerung noch deutlich erkennen kann.






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SARAJEVO, eine alte Stadt


Am rechten Ende dieser renovierten Brücke aus römischer Zeit fand am 28. Juni 1914 das Attentat auf den Thronfolger des österreichischen Kaiserthrones, Erzherzog Franz Ferdinand statt. Täter war der bosnische Serbe Gavrilo Princip, ein 19-jähriger Gymnasiast. Die Serben wollten Bosnien-Herzegowina an ihr Reich angliedern.





In der kommunistischen Zeit Jugoslawiens wurde diese Brücke nach Gavrilo Princip benannt, heute ist es die Latin-Brücke.
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SARAJEVO hat mehr Moscheen als Kirchen











Heute sieht man im Stadtbild viele Frauen mit typisch muslimischer Kleidung, aber sie sind in der Minderheit. Hier in der Nähe der Kathedrale steht diese alte Moschee. Der Muezin ruft nicht mehr selbst, die Lautsprecher sind deutlich zu erkennen.
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SARAJEVO mit seiner Altstadt





In der Altstadt von Sarajevo befinden sich Souvenirläden, Restaurants aller Art und kleine Geschäfte nebeneinander, der orientalische Einschlag ist nicht zu verkennen.






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Massaker auf dem Markt MARKALE





Ganz gezielt wurde am 5. Februar 1994 und am 28. August 1995 eine Granate auf den belebten Markt, eher eine überdachte Markthalle, von den bosnischen Serben abgefeuert. Die Namen aller Todesopfer wurden auf die im Hintergrund zu sehende rote Gedenktafel geschrieben. Davor ist ein weißer Gedenkstein zu sehen.




Heute ist diese Markthalle voller Leben und jeden Tag werden hier frisches Gemüse, Obst, Backwaren und ähnliche Lebensmittel angeboten, vereinzelt auch Handarbeitswaren und Souvenirs.
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Die schwächsten Opfer waren Kinder





Drei Jahre lang war Sarajevo eingekesselt und wurde beschossen, von 1993 bis 1995. Ich selbst kann mich noch an diese unverständlichen schrecklichen Ereignisse erinnern. Mein Onkel Heini, der im 2. Weltkrieg Titos Partisanen gejagt hat, sagte, dass dieser Konflikt jetzt nur die Fortsetzung dessen ist, was im 2. Weltkrieg ebenfalls ausbrach.




Für die vielen ums Leben gekommenen Kinder hat man hier im Zentrum der Stadt eine Gedenkstätte eingerichtet, an der immer frische Blumen liegen.
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SARAJEVO emotional





Ich war zwar nicht mit dem Traktor in Sarajevo, was auch nie geplant war, sondern mit einem Leihwagen. Aber es war für mich total wichtig, diese Stadt gesehen zu haben. Ich habe dort mit so vielen Menschen gesprochen, viele haben mir den Weg gezeigt, gesagt, wo man übernachten kann und sie haben sich gefreut, dass ich ihnen meine Karte gegeben habe. Souvenirs habe ich mir nirgends gekauft und das Schild "SARAJEVO" habe ich geschenkt bekommen und es hängt über der Tür des Wohnwagens.




S A R A J E V O ------- liegt auch im Taunus.
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Braun gebrannt und fern der Heimat





Hier auf dem Campingplatz in Stobrec bei Split ist es wunderschön. Direkt an der Adria kann man baden, der Weg zur Innenstadt ist nicht weit, man kann einkaufen wie in Deutschland auch und die Menschen sind nett. Der Wohnwagen musste wegen eines früheren Wasserschadens richtig stabilisiert und ausgebessert werden. Je mehr ich repariert habe, desto mehr habe ich an undichten und morschen Stellen entdeckt. Da ich nun mal wusste, wie ich an Baumaterial komme und es mir auch gelang, dies zu reparieren, desto besser ging es mir und ich habe die Zeit hier auch sehr genossen, siehe folgende Bilder.




Faulenzen ist auch mal ganz schön.
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Wohnwagen-Vorderteil ist morsch





Mir war es wichtig, den Wohnwagen so zu reparieren, dass ich ihn wieder halbwegs heil nach Hause bringe. Immerhin muss er mich noch durch Oberitalien, am Lago Maggiore vorbei, über Lausanne und Wuenheim nach Grävenwiesbach bringen.




Hier ein Einblick in den Stauraum für Werkzeug, Ersatzrad und die beiden Gasflaschen.
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Baden in der Adria





Was ist ein Urlaub an der Adria, ohne im blauen Meer zu baden .....? Das Wasser war noch ein wenig kühl und frisch, aber die Sonne hat vom Himmel gebrannt und bei deutlich über 25 Grad Lufttemperatur macht das Baden richtig Spaß.




Der Strandbereich am Campingplatz ist mit Kies und Steinen befestigt, Sandstrand gibt es hier leider nicht, so dass der "Einstieg" ins kühle Nass etwas beschwerlich ist
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Die Reparatur ist abgeschlossen





Gottseidank bin ich mit der mühseligen Reparaturarbeit fertig. Ich habe mich mit Sljivovic bei den Nachbarn für ihre Geduld mit mir und dem Krach beim Hämmern und Sägen und Bohren bedankt. Heute am 24.05.2016 habe ich hier ausgecheckt, alles transportfertig gemacht und morgen geht es nach Norden Richtung Sibenic (sprich "Schibbenick"). Dieser schöne Küstenort liegt etwa 80 Km an der Küstenstraße nach Norden. Ich denke mal, dass ich bis Anfang Juni in Italien sein werde. Dort ist Aquileia bei Grado ein wichtiges Zwischenziel. Diese Ausgrabungsstätte der antiken Hafenstadt, die wegen der Verlandung mittlererweile 15 Km im Landesinneren liegt, war zur Zeit von Theoderich dem Großen und dem Hunnenkönig Attila ein wichtiger Ort. Dann werde ich beim nächsten John-Deere-Händler das Motoröl wechseln, denn 200 Betriebsstunden sind mittlererweile seit des letzten Ölwechsels vergangen.




Auf diesem Bild sieht man deutlich, wie ich den innen angeschraubten Holzrahmen mit zwei Drahtseilen an der Längstraverse festgeschraubt und verspannt habe. Gut zu sehen auch die Längsloch-Winkelleiste, mit der ich die Teichfolie befestigt habe, die unter dem Wagen mit Spezialklebeband, das ich von meiner Dachisolierungsaktion übrig hatte und vorsorglich auf die Reise mitgenommen, angeklebt habe. Hoffentlich hält's.........
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Alles ist abgebaut und los geht es in Richtung Sibenik





Der Johnny läuft wie eine eins. Mal sehen, wie sich der Wohnwagen verhält. Drückt mir mal die Daumen, dass alles funktioniert, was ich repariert habe.




Italien, ich komme....
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Abschied von Split





Hier sehen wir Bore, der "Portier" am Eingang des Campingplatzes in Split-Stobrec. Jeden Tag habe ich ihn begrüßt und immer war er freundlich und nett und hat mir bestätigt, dass ich der erste Traktorfahrer hier auf diesem Campingplatz sei. Er ist hier beschäftigt von Beginn an. Er war mir sehr sympathisch und nie habe ich ihn unfreundlich gesehen.




Danke, Bore, wenn ich mal wieder nach Split komme, dann nur auf Deinen Campingplatz.
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Die Adria Richtung Norden





Die nächstgrößere Stadt ist Sibenik. Wie so oft habe ich mich dort verfahren und erst nach einer Hafenrundfahrt fand ich den Weg wieder an die Küstenstraße, die ich aber kurz hinter Sibenik verließ und ich mich durch die kargen Berge schlug. Die Straßen sind dort natürlich kleiner und auch die Anzahl der Schlaglöcher pro 50 cm Strecke ist deutlich höher als auf den großen Durchgangsstraßen, aber man grüßt mich und ist ausgesprochen freundlich zu mir. Ivans Fahne an meinem Johnny trägt seinen Anteil daran.




Die Farbe der Adria ist ein Traum.... und dann noch weiße Schiffe..... was will ich mehr?
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An der kroatischen Küste gibt es unzählige große und kleine Inseln





Ein paar Kilometer hinter Sibenik ein Blick zurück. Aber ab jetzt geht es in die Berge.




Kroatien ist fast so schön wie Buchenweg 1, aber nur fast......
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Eindrücke vom blauen Meer





Hier drängelt sich die Adria ins Landesinnere und bildet traumhafte Seen, die nur mit einer kleinen Durchfahrt mit dem Meer verbunden sind, oft durch eine große schwindelerregende Brücke überspannt.




Romantik pur
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An diesem Mittwoch (25.Mai 2016) bin ich sieben Stunden mit einer kurzen Tankunterbrechung gefahren. Es ist unglaublich, wie sauber und gleichmäßig und voller Kraft mein Johnny läuft. Es ist eine Freude und mir geht das Herz auf. Ich treffe hier so viele Leute, die mit mir reden wollen, die auch einen alten Bulldog oder einen Töfftöff zu Hause haben, aber fast jeder meint, ich fahre mit einem neuen Schlepper durch die Gegend. Viele wollen natürlich wissen, wie lange ich schon unterwegs bin, wie schnell der Trecker läuft, was der so an Sprit verbraucht und ob es mir nicht zu langsam wird. Natürlich habe ich alle Antworten parat.





Hier mal wieder ein Bild von der Landschaft mit Traktor, damit man nicht denkt, ich wäre nicht hier gewesen.




Leider habe ich auf der Strecke von Split nach Rijeka und dann nach Pula kein brauchbares Internet zur Verfügung gehabt, so dass ich jetzt drei Tage hier beschreiben kann.
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Hier nochmals schöne Landschaft zwischen dem Velebit-Gebirge und den vorgelagerten Inseln, deren Namen ein Mitteleuropäer nicht aussprechen kann.










Wenn ich jeden Abend auf einen Campingplatz fahren müsste, dann würde die Reise teuer. Aber fast immer ist dies in Kroatien nicht anders möglich und ich freue mich jedes mal, wenn ich bei einem Lokal irgendwo in der Pampa auf dem Privatparkplatz umsonst stehen bleiben kann. Zwischen 10 und 23 Euro kassieren die ab. In Italien wird dies anders sein, da fahre ich überhaupt nicht auf einen Campingplatz, höchstens mal zum Duschen.
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Hier ist vieles ganz unkompliziert.





Ich kann mit dem Trecker ganz dicht an die Hafen-Kai-Mauer fahren, da kümmert sich kein Schw.... drum, alle zücken nur ihr Handy und schon bin ich bei Facebook gepostet. Aus jedem dritten Auto heraus, das mich überholt, wird ein Bild gemacht und meine Visitenkarten werden deutlich abgenommen haben, wenn ich zurück bin, über 200 Stück habe ich sicherlich schon verteilt.




Hier ist der Hafen von ZARON zu sehen
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Einer der ganz wenigen Stellplätze, die nichts gekostet haben.





Die Landschaft ist so extrem karg, dass hier nur dorniges Gestrüpp wächst, in das man nur Ziegen jagen kann. Dass auf den felsigen und kalkhaltigen Steinen überhaupt etwas wächst, ist ein wahres Wunder.




An diesem Abend des 25. Mai habe ich auf dem Parkplatz an der Straße vor einem Haus gehalten. Ein kaputtes Coca-Cola-Schild ließ mich vermuten, dass dies das auf mehreren Schildern angekündigte Grillrestaurant sein muss. Ich hab den Mann, der da grade Paprika-Pflänzchen gesetzt hatte, gefragt und er sagte mir, das nächste Restaurant sei 2 Km weiter und da drüben ist auch ein Imbis, und ..... Ich wollte nicht in ein Restaurant, ich wollte nur auf dem Parkplatz übernachten, was er mir auch erlaubte. Als ich die Stabilisatoren am Wagen hinten runter kurbeln wollte, musste ich erst die Heckenschere rausholen und mir Platz schaffen. Das stachelige Zeug ist unbarmherzig.
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Weitere traumhafte Eindrücke von Kroatien





Beim Fotoshooting ließ ich den Motor laufen, denn der Kühler arbeitete ja und so konnte er nicht überhitzen. Mittags hatte ich auf dieser Tour schon 30 Grad, auch in der Kabine, aber drinnen konnte ich es durch öffnen der Seitenfenster auf 25 Grad herunterkühlen, was dann aus zu halten war.




Hier kennt jeder JOHN-DEERE, aber keiner hat einen. Die kleinen Bauern fahren alle noch ihre alten Massey-Harris-Nachbauten mit dem Perkins-Motor vom Stand 1964. Der ist auch nicht kaputt zu kriegen. So einen großen Schlepper mit 100 PS hab ich auf dem ganzen Balkan noch nicht gesehen. Allerdings habe ich in Slowenien einen Porsche Standard in der alten Ausführung mit dem geteilten runden Kühlerloch gesehen, total verrostet und vergammelt. Wenn ich nochmals hier hin komme, dann schau ich mir den mal genauer an........
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Die Insel KRK





Die Insel KRK, was kein Mensch richtig aussprechen kann, ist eine der größten Inseln in diesem Archipel, und verbunden mit dem Festland durch eine gigantische Brücke, die man im Hintergrund sehen kann. Leider konnte ich nicht anhalten und ein besseres Bild machen. Die Kolonne hinter mir hätte mich umgebracht.




Im Großen und Ganzen ist es mir aber gelungen, die Kolonnen, die sich natürlich um die Mittagszeit gebildet haben, vorbei zu lassen, aber einmal wäre ich fast nicht wieder reingelassen worden, ich musste mir fast gewaltsam mit den großen Vorderrädern Einlass erkämpfen.
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Rijeka





Rijeka ist eine große Hafen- und Industriestadt an der Bucht zur Halbinsel ISTRIEN




Wie so oft, ist auch die Ausschilderung in der Stadt Rijeka schlecht, den Durchgangsverkehr lotst man verständlicherweise auf die Autobahn. Ich habe hier etliche Runden gedreht, bis ich mich nach Himmelsrichtung und meinem Orientierungsinstinkt auf die richtige Straße geschummelt habe. Der Weg nach PULA war wieder wunderschön, aber nach 8,5 Stunden Fahrtzeit war ich froh, endlich in PULA angekommen zu sein. Aber der Campingplatz, auf dem ich jetzt stehe (s. nächstes Bild), liegt ca. 30 Km weiter hinter PULA am äußersten Zipfel der Halbinsel ISTRIEN. Jetzt tut mir doch alles weh und dem Johnny wahrscheinlich auch, aber der jammert nicht so wie ich....
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Campingplatz STUPICE





Der Campingplatz liegt mitten im Wald. Ich habe mich extra ein bisschen abseits hin gestellt, aber der alltägliche Wahnsinn geht gleich schon wieder los.... WAS? Von Deutschland sind Sie hier her gekommen, das ist doch nicht wahr, oder? ......




Heute Abend (Freitag, 27.5.2016) verteile ich keine Antworten und auch keine Visitenkarten. Es ist mir viel wichtiger, dass Du jetzt nach drei Tagen wieder ein Lebenszeichen von mir erfährst. Gute Nacht.
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Hängematte





Da ich meine Hängematte vergessen habe, musste ich beim letzten Baumarkt-Einkauf in SPLIT zugreifen, als diese Hängematte im Angebot war (keine 20 Euro). Heute hab ich sie ausprobiert, sie ist gut und ich hoffe, dass sie mein Gewicht aushält. Bisher hat sie keinerlei Anzeichen fürs Zerreißen erkennen lassen.




Heute Mittag fahre ich mit dem Bus nach PULA und schau mir die Altstadt an. Als römische Siedlung POLA gegründet, hat sie wie jede römische Stadt im ganzen Imperium ein Amphi-Theater (Rund-Theater; das Kollosseum in ROM ist das größte und auch bekannteste). Davon werde ich Bilder hier einstellen, vielleicht gelingt es mir auf meiner Weiterfahrt ein Bild mit Traktor zu schießen. Wenn es mir gelingt, dann wirst Du es hier sehen. Im übrigen freue ich mich, wenn Du mir eine E-Mail an herbert.bube@gmx.de schreibst.... sonst muss ich immer nur meine eigenen Texte lesen ;-)
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Das Amphitheater in PULA





Die historische Altstadt ist zum Teil überbaut, zum Teil sichtbar und zum Teil als Museum hergerichtet. Man kann sich aufgrund der exponierten Lage dieser Hafenstadt sicherlich gut vorstellen, dass hier bereits in der Frühgeschichte eine Bebauung nachgewiesen ist. Alle Zeitepochen haben ihre Spuren hinterlassen, die Zeit der römischen Antike, in der die Stadt POLA, so der römische Name, mit ihrem Hafen seit der Herrschaft von Gajus Julius Caesar eine wichtige Rolle spielte, hat die meisten noch sichtbaren Altertümer geschaffen. Dem venezianischen Einfluss muss es zu verdanken sein, dass alle Straßen-Namen-Schilder in kroatisch und in italienisch geschrieben sind. Und die Straßenbeschriftung ist hier richtig gut, im Gegensatz zu SPLIT oder SIBENIK.

Gottseidank ist hier erst der Beginn der touristischen Saison. Deshalb war die Stadt nicht überlaufen und die typischen Restaurants auf der Straße boten viel Platz zum Essen.

Das Amphitheater lockt mit Vorführungen in historischen Gewändern, wie Gladiatorenkämpfe und dergleichen. Da mich dies nicht interessierte, habe ich mir die 7 Euro gespart. Allerdings traf ich nirgends auf Abzocke oder völlig übertriebene Preise. Für die Busfahrt vom Campingplatz zur 30 Km entfernten Altstadt habe ich 15 Kuna bezahlt, das sind umgerechnet etwa 2 Euro. Und der neue MAN-Bus kam immer pünktlich, da kann man nicht meckern....

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Einer der letzten Tage am Balkan





Vier Wochen habe ich nun auf dem Balkan zugebracht und langsam will ich meine Eindrücke über die Balkan-Länder zusammen fassen.

Allgemeines
Die Landschaft kann unterschiedlicher nicht sein. Steile Hänge am Südrand der Alpen, flache fruchtbare Gegenden, karge Hügel und extrem steile Schluchten, steinige hochgebirgsähnliche Bergketten, dicht besiedelte Uferstreifen mit touristisch stark entwickelter Gastronomie, traumhaft schöne Strände und Binnenseen, bzw. Buchten. Alles nach über zwanzig Jahren Friedenszeit noch nicht auf dem Niveau, wie es sein könnte. Überall sieht man etwas, das angefangen aber noch nicht zu Ende gebracht wurde: Moderne Toiletten in den Restaurants, wird aber nicht konsequent sauber gehalten, palastähnliche Grundstücke, tip top gepflegt, und daneben eine zerschossene Bauruine oder ein Gelände, auf dem nur Unkraut wächst. Neue von EU-Mitteln nach dem Krieg wieder aufgebaute Brücken, aber verrostete Leitplanken. Dicker Mercedes vor dem Haus, daneben die verrostete Karre, die vorher gefahren wurde. Die tollsten Sachen im Garten angebaut, aber das Gartentürchen und der Zaun drum herum zerfallen und kaputt. In allen drei Ländern haben mich die zerfallenen und zerschossenen Häuser am meisten negativ beeindruckt.

Slowenien
Das kleine und nördlichste Bundesland des zerfallenen Jugoslawien wurde, als es sich für unabhängig erklärte, sofort in die EU aufgenommen und bereits seit 2007 gibt es dort den Euro. Ich habe den Eindruck, dass nur dort etwas investiert wird, wenn es von der EU bezahlt wird. Ich sehe den Mangel an Eigeninitiative. Hunderte von Jahren unter österreichischer Herrschaft, dann Jahrzehnte unter kommunistischer Herrschaft und plötzlich Eigenverantwortlichkeit..... das scheinen die Slowenen noch nicht richtig erfasst zu haben. Der mir bekannteste Slowene war Slavko Avsenik mit seiner Original Oberkrainer Blasmusik-Kapelle. Meine Eltern hörten seine Musik sehr gerne und so kannte ich ihn auch.

Kroatien
Das schlanke, wie ein "C" geformte Land, das sich um Bosnien-Herzegowina legt und das fast die ganze Adria-Küste Jugoslawiens besitzt, erscheint mir weiter entwickelt zu sein als Slowenien, aber irgendwie habe ich das Gefühl, dass man sich viele Dinge in Deutschland abgeguckt hat (gelbe Verkehrsschilder mit schwarzer Schrift, Autokennzeichen und ähnliches), aber wie man effektiv wirtschaftet, hat den Kroaten keiner erzählt. Liebenswerte Menschen, zwar nicht unfreundlich, aber rücksichtslos. Nicht nur im Straßenverkehr, wo man niemals vorgelassen wird, lautstarke Gespräche ohne Rücksicht auf die umstehenden Leute (die Einheimischen erwarten auch nichts anderes), emotionaler Nationalismus überall im Alltag. Die deutsche Baumarktkette BAUHAUS oder der Discounter LIDL, das meiste wird in Deutsch ausgezeichnet, im Baumarkt mit DIN-Nummer (Deutsche-Industrie- Norm wird einfach übernommen). Machohaftes Verhalten bei den Männern ist sehr stark ausgeprägt. Irgend etwas bremst auch Kroatien aus, ich weiß nur nicht was es ist. Der in Hessen bekannteste Kroate ist Nico Kovac, der die Eintracht trainiert und sie gerettet hat. Ursprünglich stammen die Kovac-Brüder aber aus Bosnien....

Bosnien und Herzegowina
Beim Grenzübergang nach Bosnien merkt man sofort am Zustand der Häuser und Straßen, dass dieses Land nicht so weit entwickelt ist wie die beiden vorgenannten Länder. Alles, was neu ist, kommt von Europa. Durch meinen Besuch in SARAJEWO und MOSTAR habe ich hier schon vieles beschrieben. Ich wollte auch nach LIVNO, wo es ausgewilderte Pferde gibt. Diese Stadt und die Dörfer rings umher sind anders. Hier ist alles ordentlich und sauber, ich dachte, dass ich in Deutschland bin. Das liegt mit Sicherheit an dem Menschenschlag, der sich dort engagiert. Es gibt dort einen gemeinnützigen Verein, der sich um die wilden Pferde kümmert. Also... es geht doch auch. Die bosnischen Serben wohnen in der Krajina beisammen, die bosnischen Kroaten im westlichen Teil und die Moslems irgend wie mitten drin. Nur in SARAJEWO leben sie zusammen.

Fazit:

Die Europäer müssen ihrer Verantwortung gerecht bleiben und sicherstellen, dass am Balkan Frieden herrscht, denn nur dann kann sich ein Land entwickeln. Und wohin und wie schnell sich hier etwas entwickelt, liegt an den Menschen selbst. Du kannst durch Urlaub hier im Balkan mit dazu beitragen. Ich hab dies jedenfalls in den vier Wochen praktiziert.
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JOHN-DEERE 3040 vor dem Amphietheater in PULA





Wie versprochen ist es mir gelungen, völlig problemlos vor dem historischen Bauwerk in PULA zu parken. Die wunderschöne Altstadt war touristisch kein bisschen überlaufen, alles war geregelt und Freundlichkeiten erfuhr ich den ganzen Tag.

Dass ich überall hin fand, lag an der guten Beschilderung in der Stadt. Langsam gewöhne ich mich daran, dass ich überall Aufmerksamkeit errege und meine Visitenkarten werden immer weniger. Ich habe aber ausreichend viele dabei. Nachdem ich in PULA nochmals voll getankt habe und mein durstiger Weggefährte ohne Murren die heiße Tortour (25 Grad draußen und 27 Grad drinnen) über sich ergehen lässt, fahre ich in Richtung TRIEST durch eine fruchtbare und gut entwickelte Landschft. Je weiter ich nach Norden komme, um so "italienischer" wird alles.

Ziel ist KOPER, eine kleine Hafenstadt kurz vor Italien. Von dort aus werde ich mit einem Leihwagen eine ganze Reihe von Sehenswürdigkeiten abklappern, die ich mit dem Traktor nur unter einem mehrtägigen Zeitaufwand besichtigen könnte. Außerdem gönne ich dem Trecker mal wieder eine Pause vor dem langen Trail quer durch Oberitalien 800 Km weit bis LAUSANNE. Der Johnny hat mich bisher treu begleitet und ich darf ihm sicherlich auch mal was gönnen, nicht wahr?

Eine nette Dame hat diese Aufnahmen für mich gemacht, nochmals danke schön.
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Grenzen
Viele wünschen sich Jugoslawien zurück, weil es dort keine Grenzen gab. Aber.......

Jugoslawien war zwar ein billiges Urlaubsland, aber eine kommunistische Diktatur. Wenn wir Europäer weiterhin den europäischen Gedanken hoch halten, dann haben wir auch keine Grenzen mehr. Die Irritationen wegen der Flüchtlingskrise dürfen an dem Gedanken der europäischen Einigung nicht rütteln. Wenn uns das gelingt, notfalls auch ohne die engstirnigen vier Länder, dann haben wir Frieden und keine Grenzen.


Bei der Grenzkontrolle zwischen Kroatien und Slowenien war es total unterschiedlich. Die kroatische Seite war überhaupt nicht besetzt, aber der junge Slowene nahm meinen Personalausweis und fragte recht arrogant: "Where to go?" Ich sagte total salopp: "Quer durch Europa." Er gab mir ganz unwirsch den Pass zurück, fast schmiss er mir ihn vor die Füße. Da kam dann sein Chef raus und wollte, dass ich nochmals da vorne anhalte, weil er ein Bild machen wollte. ........ Hier wurde ich keine Visitenkarten los.

Auf dem Bild ist der Grenzübergang auf kroatischer Seite zu sehen.
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KOPER

Nach fünf Stunden Fahrt kam ich in KOPER an. Die kleine schnuckelige Stadt hat es mir angetan. Eine Insel, die vor 200 Jahren durch Aufschüttung mit dem Festland verbunden wurde, als Altstadt mit Stadtmauer, eine venezianische Architektur wie auf dem Markusplatz in Venedig, nur viel kleiner. Ein schöner Hafen, siehe Bild.

Warum wollte ich nach KOPER? Hier gab es eine SIXT-Autovermietung, bei der das Auto gegenüber Split nur halb so teuer angeboten wurde. Und von hier aus kann ich Lipizza, Triest und Aquileja schnell erreichen und besichtigen. Und dann führt mich von hier der Weg in Richtung Mailand an einem JOHN-DEERE-Händler vorbei, bei dem ich meinen anstehenden Ölwechsel machen will.
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Die Altstadt von KOPER

Hier sehen wir eine typisch italienische Altstadt am Hafen. So kam es mir bei dem Rundgang vor.

Hier habe ich eine Pizza gegessen, sie war nicht so besonders. Ich freue mich auf Pizza in Italien.... ich liebe Pizza!!!
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Parkplatz vor dem Fußballstadion

Auf die PKW-Parkplätze in KOPER ließ mich keiner drauf. Traktorparkplätze gab es nicht. Stellen Sie sich doch auf den Parkplatz am Stadion, da war sogar parken frei. Gesagt, getan. Als ich von der Stadtbesichtigung zurück kam, standen schon wieder einige Leute um den Traktor rum. Ich kann verstehen, dass der denen gefällt, mir gefällt er ja auch. Aber dass ich ein Knöllchen dran hatte, habe ich nicht erwartet, denn es war hier nicht irgendwie eingeschränkt auf PKW oder so.

Auf dem nächsten Bild sehen Sie das "Knöllchen"
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Knöllchen

Ich machte das Knöllchen auf, alles in italienisch und serbo-kroatisch geschrieben, ich verstand kein Wort. Ein freundlicher Mann aus Bosnien, der zuvor grade seine Familie vor dem Traktor fotografiert hatte, las das Knöllchen durch und sagte auf englisch, dass es nur eine Aufforderung sei, den Wohnmobil-Stellplatz in 200 Metern Entfernung zu benutzen. Wenn der vernünftig ausgeschildert gewesen wäre, hätte ich ihn auch gleich angesteuert.

Also fuhr ich abends bei Dunkelheit auf diesen Stellplatz, ein Kroate ließ mich durch das automatische Tor rein, ein Holländer wies mich ein auf den Stellplatz, ein Bosnier erläuterte mir, wie ich ein Ticket ziehen musste und ein Slowene erklärte mir, wie ich den Strom bekomme. Das nenne ich Hilfsbereitschaft. Als dann ein Italiener angereist kam und seine Kinderschar quengelte und das Tor sich nicht öffnen wollte, da hab ich ihm dann alles erläutert, was ich kurz zuvor gelernt habe. An dieser Stelle möchte ich mich erstmalig bei Herrn Lambertz bedanken. Das war mein Englischlehrer am Gymnasium in Bad Hersfeld, der mir von 1962 bis 1965 gegen meinen Willen die Grundlagen der englischen Sprache beigebracht hat.
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Wohnmobil-Stellplatz in KOPER

Ein ordentlicher und sauberer Stellplatz am Stadtrand von KOPER, finanziert von Mitteln der EU.

Vielen Dank an die kommunalen Behörden, dass ich hier ein paar Tage parken darf, Hvala! Dank auch an Beno, der mir mit Übersetzungen geholfen hat. Der Stellplatz ist umzäunt und somit gut gesichert, so dass niemand sich an dem Fahrzeug zu schaffen machen kann, wenn ich nicht da bin. Von hier aus will ich ja mit einem Leihwagen die Gegend erkunden und viele Sehenswürdigkeiten besichtigen.
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LIPICA/LIPIZZA

Das Gestüt, an dem die Lipizzaner gezüchtet werden, liegt nahe Triest, aber auf slowenischer Seite. Die Grenze ist sichtbar, aber Kontrollen sind nicht vorhanden. Das ist schon komisch, weil die Länder Jugoslawiens untereinander schrecklich strenge Grenzkontrollen haben, sogar zwischen den EU-Ländern Slowenien und Kroatien.

Das Gestüt an sich habe ich nicht besichtigt, denn außer alten und neuen Ställen gibt es meiner Meinung nach für 16 Euro Eintritt keine weiteren Informationen, die ich nicht schon habe.
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TRIEST

Triest ist eine Großstadt, die sich überhaupt nicht von den Städten im ehemaligen Jugoslawien unterscheidet. Das Aussehen ist identisch und die Ausschilderung ist schlecht. Gut, dass ich orientieren gelernt habe.

Dieses Wahrzeichen von Triest habe ich beim Durchfahren der Stadt fotografiert.
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KOPER, die zweite...

Nachdem ich mich in KOPER gegen die Willkür einiger in kommunistischer Zeit verhafteter Beamten durchgesetzt habe und dort bleiben durfte, wendete sich das Blatt ganz extrem und im Büro des Ordnungsamtes hing plötzlich ein Bild von meinem Johnny mit der Textzeile "Wir heißen Herbert Bube mit seinem Traktor in KOPER willkommen". Und der Gipfel des ganzen war, dass ich eine SMS von einem Journalisten des Lokal-Fernsehens bekam, er würde mich gerne interviewen.

Morgens um 09.00 Uhr, normalerweise für mich ist das mitten in der Nacht, war der Termin für das Interview. An diesem Samstag, dem 4. Juni wollte ich los fahren in Richtung Italien. Das Interview geschah auf englisch, was der Journalist daraus gemacht hat, entzieht sich meiner Kenntnis. Außerdem kamen auch noch einige andere Wohnmobil-Fahrer zu Wort. Jedenfalls haben sie meine Abfahrtsvorbereitungen und dann das lautstarke Davonbrausen mit zwei Kameras aus unterschiedlichen Perspektiven gefilmt. Mein Johnny und ich, wir sind schon ein tolles TV-Superstar-Gespann...
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Spritpreise in Europa

Als ich meine Europa-Tour geplant habe, bin ich von einem Spritpreis von 1,40 € pro Liter Diesel ausgegangen und der ADAC-Camping-/Wohnmobil-Führer hat gesagt, dass die Spritpreise in den Ländern, die ich durchfahren will, ähnlich wie in Deutschland sind. Bei Beginn der Reise lag der Preis in Deutschland bei 0,95 €/Ltr. Diesel. Dieser Preis hielt sich, bis ich die Alpen überschritten habe und in Kroatien und Slowenien lag der Preis bei ca. 1,05 €. Beim Überschreiten der Grenze von Slowenien nach Italien hat sich der Preis auf 1,09 € eingependelt, aber in Italien liegt der Preis zwischen 1,26 € und 1,37 €. Also gibt es viele Tankstellen in Slowenien kurz vor der Grenze zu Italien, die meisten Kunden haben italienische Kennzeichen am Auto...

Natürlich habe ich meinen durstigen Johnny in Slowenien nochmals richtig voll getankt, bevor das Abenteuer "Italien- Durchquerung" begann.
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Italien







Hafenstadt TRIEST

TRIEST liegt in einer großen Bucht nördlich der Halbinsel Istrien am Hang einer Hügelkette, in der kleine schnuckelige Orte liegen. Da die Beschilderung nicht so toll ist und ich auch schnell von KOPER weg wollte, habe ich mich verfahren und anstatt an der Küste entlang, bin ich durch die Dörfer oberhalb von Triest gefahren und habe auf dem Grundstück in einem der Dörfer einen wunderbar restaurierten JOHN-DEERE 3640 gesehen und gleich an meinen Treckerfreund Lukas gedacht, der genau so einen schön restauriert hat... oder, Lukas, hast Du dort mit Deinem Johnny Urlaub gemacht....?

Industriehafen, Kreuzfahrthafen und Jachthafen, einfach ein schöner Anblick.
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Innenstadt von TRIEST

Mir wird es später noch öfters in Italien passieren, dass man den Durchgangsverkehr auf eine 4-spurige "Tangentiale" (Umgehungsstraße) lockt und eine andere Ortsdurchfahrt einfach nicht ausschildert. Wenn es mir wie hier in TRIEST gelingt, den Weg ins "Centro" zu finden, dann fuhr ich auch eiskalt durch die engen Gassen. Wo nämlich ein PKW durch fährt, kann ich mit meinem Gespann auch durchfahren. In VERONA allerdings war plötzlich die Straße gesperrt, und wenn ich nicht über ein Privatgrundstück gefahren wäre, hätte ich 400 m weit rückwärts rangieren müssen. Gottseidank ist mir das erspart geblieben bei Innentemperaturen in der Kabine von 34 Grad, außen waren es nur 27 Grad.

Die anschließende Strecke an der Adria entlang bis nach GRADO/AQUILEIA war wunderschön, bella Italia.....
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AQUILEIA 1

Eine versunkene antike Hafenstadt, die aber 15 Km im Landesinneren liegt, weil auch die beiden Flüsse, an deren Mündung sie liegt, versandet/verlandet sind. Im 19. Jahrhundert begannen die Ausgrabungen und heute gibt es hier ein Museum und die halbwegs hergerichtete Kathedrale, die für die Verbreitung des Christentums eine wichtige Rolle gespielt hat. Mittlerweile ist dies ein UNESCO-Welt-Kulturerbe.

Das wieder aufgebaute Tor zum Hafengelände, das nur zur Hälfte ausgegraben wurde (Die Osthälfte liegt noch unter der Erde) allein ist schon sehenswert.
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AQUILEIA 2

Die Straße mit den beiden Autos, die man hinter der Ausgrabungsstätte in AQUILEIA sieht, bin ich in den 70er Jahren bereits gefahren, habe aber nur die Säulen im Vorbeifahren zur Kenntnis genommen, aber weiter habe ich mich nicht dafür interessiert.

Als ich die Straße mit meinem Traktor entlang gefahren bin, habe ich mich daran erinnert, dass ich diese Stelle schon mal gesehen habe, 42 Jahre ist das schon her.
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Erster Reisetag durch ITALIEN

Bei knallender Hitze und einer kurzen Gewitterphase bin ich 8,5 Stunden gefahren und habe dabei etwa 200 Km geschafft. Mein Johnny hat das natürlich ganz locker abgespult, der schnurrt wie eine eins, aber das hab ich schon erwähnt.....

Abends um 19.30 Uhr habe ich dann einen Übernachtungsplatz gesucht und auch gefunden, nämlich vor einem Friedhof. Und der Friedhof, den man hier im Bild sieht, dient als Krematorium und Urnen-Begrabungsstätte, war mit einem automatischen Tor verschlossen, das am nächsten Morgen pünktlich um 07.00 Uhr öffnete. Friedhofsparkplätze sind als Übernachtungsstelle sehr geeignet, weil nachts kein Mensch auf einen Friedhof geht. Und das Besondere an diesem Friedhof war, dass er eine Toilette hatte, aber so wie ich es nur aus Frankreich kannte mit "Großes-Geschäft-breitbeinig-im- Stehen". Du verstehen?
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Urlaub auf dem Bauernhof

An der Strecke, die mich von TRIEST über TREVISO, VICENZA und VERONA Richtung MAILAND führte, wurde sehr oft Urlaub auf dem Bauernhof angeboten, das heißt AGRITOURISMO. Aber etwa 10 Km vor dem Gardasee gab es Agritourismo mit Camping, also fuhr ich hin und der Weinbauer, der das hier betreibt, hat sich tot gelacht und seine ganze Familie kam raus und alles hat gelacht und gestaunt, wie ich hier hinein fuhr. 16 Euro pro Nacht ist zwar ganz schön heftig, aber ich bleibe 2 Tage, weil ich die Drahtseilverspannung, die ich am Wohnwagen konstruiert hatte, nachspannen muss, das heißt, das Drahtseil hatte sich um die eckige Längstraverse festgezurrt, dadurch lockerte sich das Seil und weiter reichte aber die Spannvorrichtung nicht, so dass ich sie um sechs Zentimeter verkürzen musste. Hoffentlich hält es jetzt bis zum Ende.

Die einzelnen der 10 Stellplätze, die EL BACAR hier anbietet, sind umrahmt mit Weinstöcken und Kiwi-Pflanzen, die mich zwar an Grävenwiesbach, Buchenweg 1 erinnert haben, aber Heimweh hab ich noch keins verspürt. Noch nicht.......
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Wein und Kiwi

Die einzelnen Stellplätze sind zu kurz für mein 12 Meter langes Fahrzeug. Außerdem hatte ich keine Lust, den Wagen ab zu hängen. Also blieb ich quer vor zwei Stellplätzen stehen. Sofort habe ich meine Wäsche gewaschen und auf eine Leine gehängt, die ich vom Wagen zum Kiwibaum gespannt habe. Zu erkennen auch der Campingtisch mit Stuhl, an dem ich meine Mahlzeiten an der frischen Luft und im Schatten genießen kann.

Hier sieht man links die Kiwibäume und dahinter als Gesamtabgrenzung die Weinstöcke.
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VERONA im Regen

Bei der Durchquerung Oberitaliens kam ich grundsätzlich gut voran. Nur die Straßenbeschilderungen hätten unlogischer und verwirrender nicht sein können. Innerhalb einer größeren Stadt sind mit Hinweisschildern nur Straßennamen erwähnt. Und wenn man dann zufällig auf eine Durchgangsstraße oder eine Straße, die aus der Stadt heraus führt, stößt, sind auf den Verkehrs-Schildern einmal die übernächste Großstadt und der nächste Ort, oder der übernächste Ort oder zwei Orte aufgeführt, die aber nicht direkt in dieser Richtung liegen. Manchmal ist auch nur der Regierungs- oder Verwaltungsbezirk aufgeführt, manchmal sind die Schilder blau, manchmal weiß und, das kommt am häufigsten vor, überhaupt nicht vorhanden.

Als mich dieses Wirrwar auf eine Umgehungsstraße gelockt hatte, die eigentlich eine Kraftfahrtstraße war, dies aber nicht mit einem Schild gekennzeichnet wurde, hab ich auf stur gestellt und bin weiter gefahren. Das einzige Mal, dass mich die Carabinieri angehalten haben, war, weil sie ein Foto machen wollten. Jedenfalls ist mir beim Befahren einer 4-spurigen Schnellstraße im Regen ein Bolzen abgebrochen, der den Arretierungshebel an dem linken Außenfenster führt, abgebrochen. Wie ich mir beholfen habe, sieht man auf dem Foto. Wenn ich wieder Strom habe, bohre ich den Bolzen (4 oder 5 mm Gewinde) raus und schraube eine Schraube rein. So einfach ist das. Jedenfalls lasse ich mich nicht kleinkriegen. Hauptsache, mein Johnny läuft, und das tut er. Und somit geht es mir gut.
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JOHN-DEERE - Händler in Italien

Während meiner Italien-Durchquerung wollte ich eigentlich bei einem JOHN-DEERE-Händler Ölwechsel machen und dem Johnny auf Anraten meines Freundes Toralf richtig gutes JOHN-DEERE-Öl gönnen. Der erste Händler hatte Mittagspause und 2 Stunden wollte ich einfach nicht warten, also fuhr ich weiter. Der zweite war ein Händler, der nur Kleintraktoren, Rasenmäher und ähnliches verkaufte, und der hatte kein JOHN-DEERE-Öl. Um es vorweg zu sagen, in Italien mache ich keinen Ölwechsel. Die Frist ist auch noch lange nicht abgelaufen und irgendwann wird es ja klappen.

Die Werkstätten für richtige Traktoren sind irgendwo auf dem Lande und leider liegen sie nicht auf meiner Fahrstrecke.
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Durchquerung Oberitaliens

Irgendwie werde ich mit dem Land Italien nicht ganz warm. In Kroatien und Bosnien habe ich mich sehr wohl gefühlt, die Menschen waren freundlich und liebenswert, überall (fast überall) war ich willkommen. Aber in Italien habe ich das Gefühl, schnell hindurch fahren zu müssen. Vielleicht lag es aber auch daran, dass ich schon zu lange unterwegs bin und mich doch ein wenig die Sehnsucht, nach Hause zu kommen, gepackt hat. Oder ich ärgere mich darüber, dass in Italien zur Zeit der Römer und auch im Mittelalter dieses Land im Gegensatz zu Deutschland eine Hochkultur hatte, und was ist davon übrig geblieben? Wahrscheinlich mangelt es mir daran, den Lebensstil der Italiener uneingeschränkt zu akzeptieren. Auf der anderen Seite mag ich die Italiener, die in Deutschland eine besondere Esskultur eingeführt haben....... das ganze Philosophieren hilft nichts, ich muss mit maximal 30 Stundenkilometern durch das schwül-heiße Italien fahren und irgendwann mal in Lausanne eine gotische Kathedrale ansehen. Ich gebe zu, ich bin zu ungeduldig.

Auf einem Buswendeplatz in Castel Seprio im Vareser Land habe ich eine Übernachtungsstelle gefunden und habe so fest geschlafen, dass ich überhaupt nicht mitbekommen habe, wie die vielen Pendler und Schulkinder mit etlichen Bussen hier abgeholt wurden. Frühstück und Körperpflege im Wohnwagen, alles hat geklappt. Übrigens........ es gab auf der ganzen Reise bisher keinen Tag, der nicht mit einem selbstgekochten Kaffee begonnen wurde.
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Parken im Schatten vor einem Baumarkt

Warum parke ich vor einem Baumarkt? Ja klar, ich muss Schrauben, Flansche und Gewindestäbe kaufen, um an meinem geliebten Wohnwagen wieder etwas zu reparieren. Ich werde noch zwei weitere Reparaturen haben, bis ich den Wohnwagen so verspannt habe, dass die Konstruktion hält. Was ich bisher noch nicht wusste, war, dass der ganze Wohnwagen sich verzog und der Gasherd immer schräger stand. Wichtig ist, dass das Bett nicht kaputt geht......

Hier hat mich ein netter Italiener eingewiesen, dass ich zwischen den Stützen unter diesem Dach ein schattiges Plätzchen bei etwa 29 Grad im Schatten fand, um meine Reparatur durch zu führen. Ein uniformierter Platzwart, oder so was ähnliches, kam auf mich zu und sagte: "No Camping!" Ich konnte ihn überzeugen, dass ich gleich wieder die Flatter mache..... Bella Italia!!!
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Reparatur im Schatten

Hier sieht man ganz deutlich, dass eine der beiden Verspannungen sich gelöst hat. Nach etwa einer Stunde hatte ich den Schaden behoben. Da der Baumarkt hier nebenan ganz sparsam mit Material ausgestattet war, wusste ich, dass dies alles nur ein Notbehelf war. Jedenfalls habe ich in Sierre in der Schweiz bei einem gut sortierten Hornbach-Baumarkt die ganze Konstruktion in doppelter Stabilität gekauft, sicher ist sicher.

Gut, dass mich der Herrgott nicht mit zwei linken Händen ausgestattet hat.
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Lago Maggiore

Endlich habe ich den Lago Maggiore, den Großen See, erreicht. Leider war das Wetter trüb und regnerisch, aber wie man auf dem Bild sieht, liegt er wunderbar am Fuße der westlichen Alpen und er vermittelt eine Romantik mit Lust auf Urlaub. Leider ist das westliche Ufer, an dem ich eine Strecke entlang fuhr, bevor ich auf die Pass-Straße Richtung Schweiz abbog, mit Luxushotels nur so gesäumt. Strand- und Restaurantpromenaden reihen sich an einander. Hier kann nur Urlaub machen, wer das nötige Kleingeld zur Verfügung hat.

Für mich ist es schon irritierend, dass Leute in meinem Alter in offensichtlich teuren Klamotten, also gut bis sehr gut situierte Menschen, nichts anderes zu tun imstande sind, ihren frisierten Pudel auf der Strandpromenade aus zu führen. Ich kann mir gar nicht vorstellen, was diese Herrschaften machen, wenn ihr Hundchen plötzlich mal auf das teure Pflaster scheißt. Ob die einen Väkalienbeutel bei sich führen????
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Simplon-Pass (ital. Simeone)

Der Lago Maggiore hat meinen Johnny und mich an einem westlichen Seitenarm verabschiedet mit dem Anblick auf zwei Inseln. Die eine führt eine Burg, auf der anderen steht ein Super-Super-Super-Luxus-Hotel. Wer sich hier einschreiben kann, der hat es entweder geschafft oder er ist ein Lebenskünstler, oder beides.

Auf den Hinweisschildern auf der italienischen Seite wurde immer in Richtung Simeone verwiesen. Ich fand diese Stadt einfach nicht auf meiner Karte. Naja, muss weiter weg liegen. Ich fuhr gemächlich auf der Nebenstrecke der Kraftfahrtstraße/Autobahn Richtung Schweiz. Plötzlich kam ein Auto der Carabinieri (so heißt die Polizei in Italien) mit Blaulicht von hinten angebraust und eine rausgestreckte Hand hieß mich rechts ran fahren und anhalten. Ich sah mich schon umdrehen und einen anderen Grenzübergang nach Frankreich und eine Drei-Monats-Reise über Lyon, Dijon und Besancon planen, um Wuenheim zu erreichen. Puls auf 180. Zwei Polizisten stiegen aus und fragten mich in recht gutem Englisch, wo ich her komme. Und ob ich die ganze Strecke mit dem Traktor gefahren sei, und wo ich hin wolle...... Kurzum, die beiden wollten ein Bild von meinem Traktor machen, was sie als Selfie auch taten mit mir zwischen den beiden. Puls auf Null.
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Schweiz







Übernachtung am Simplon-Pass vor atemberaubender Kulisse

Der Grenzübergang zur Schweiz lag an der Stelle der Bergauf-Strecke, die ganz eng war. Die schweizer Grenzschützer waren überaus freundlich und der eine sagte mit schweizerischem Humor: "John-Deere heißt ja Hans Hirsch, stimmt's?" Der Traktor ist schwerer als 3,5 Tonnen, da müssen Sie eine Gebühr bezahlen, eine Schwerlastabgabe, das entspricht bei Ihnen der Maut. Prost! Der junge Beamte im Büro war freundlich und sehr bemüht, allerdings hatte er nur ein veraltetes Formular für Traktoren, denn mein Traktor war seit Formularumstellung vor 15 Jahren der erste Traktor hier. Auch auf meinen Rat hin, ein Formular für Wohnmobile über 3,5 Tonnen zu nehmen (und mir viel Wartezeit zu sparen), lehnte der Mann ab, denn in den Papieren stand ja "Ackerschlepper". Wie lange brauchen Sie denn für die Durchquerung der Schweiz. Zwei oder drei Tage oder mehr, ich wusste es nicht genau. Drei Tage kosten 11 Franken. Eine Woche kostet 25 Franken, dann sind Sie auf der sicheren Seite, und schon war ich 23 Euro los. "Aber Sie haben jetzt bezahlt, da ist ein Stempel drauf und dann kann Ihnen keiner was. So hat alles seine Richtigkeit." Na, Prost!

Etwa 8 Km hinter dem Grenzübergang fand ich diese Übernachtungsmöglichkeit auf einem Holzverlade-/Verarbeitungs-Platz. Hier fühlte ich mich sicher, auch als am nächsten Morgen ein Auto mehrmals vorbei fuhr, dann um mich herum fuhr, vorwärts und rückwärts rangierte und endlich verschwand. In der Schweiz geschieht alles unter Aufsicht.
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Simplon-Pass im Nebel

Auf 2005 Metern Höhe ist der Pass mit Aussichts- und Freizeitmöglichkeiten, aber bei 6 Grad Kühlschranktemperatur im Nebel hielt mich hier nichts. Der Aufstieg war wunderschön und reich an steilen Serpentinen. Der Abstieg nach Brig sollte noch abenteuerlicher werden. Ein Abenteuer war es wohl in der Vergangenheit, diese Pass-Straße zu fahren, denn man sieht an vielen Stellen noch die alte Straße, die wie ein Feldweg an der Steilwand festgeklebt war. Die hätte meinen Johnny nicht ausgehalten. Und diese zu befahren, das wäre ein wirkliches Abenteuer gewesen. Aber die neue und ausgebaute Strecke erforderte natürlich ein hohes Maß an Aufmerksamkeit und Konzentration, dann war sie auch nicht gefährlich.

Mir hat die Abfahrt genau so viel Spaß bereitet, wie der Aufstieg am Tag zuvor. Es war ein schönes Gefühl, dass ich mich auf meinen Johnny verlassen konnte.
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Straßen in Italien und Straßen in der Schweiz

Ein himmelweiter Unterschied sind die Straßen in Italien zu denen in der Schweiz. Zustand, Beschilderung, Ausweich-, Park- und Übernachtungsmöglichkeiten mit Toiletten, in der Schweiz ist alles perfekt.

Diese Toiletten-Anlage auf der schweizer Seite war einige Jahre alt, aber tip-top-gepflegt. An der Seite war ein Schild angebracht, das mich zum Schmunzeln brachte, siehe nächstes Bild.
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Hinweis-Schild

In diesem Stil findet man in der Schweiz viele Hinweis-Schilder.

Die Schweizer muss man mögen, oder?
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Blick von der Abfahrt Simplon-Pass auf die im Tal liegende Stadt Brig.

Mich hat das Zusammenspiel von schneebedeckten Bergen des Mont-Blanc-Massivs, engen Tälern, Häusern an Steilwänden und jede kleinste Ecke landwirtschaftlich ausgenutzt mit modernen Städten und ordentlich ausgebauten Straßen beeindruckt.

Es gab für mich überhaupt keine Probleme, durch die Innenstädte zu fahren, selbst bei Baustellen war alles perfekt ausgeschildert, lediglich die Einschränkungen, dass Busse oder Lkw an der Engstelle nicht vorbeifahren durften, fand ich übertrieben. Ein mittlerer LKkw benötigt auch nicht mehr Platz zur Durchfahrt als mein Gespann, und ich kam überall durch. Mein Traktor ist übrigens mit 2,20 m Breite nur 20 cm breiter als ein Pkw, aber wer weiß das schon?
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Der Genfer See

Mich hat der Weg nur deshalb an den Genfer See geführt, weil ich die gotische Kathedrale von LAUSANNE sehen wollte. Als ich abends den Genfer See erreichte, stand die Sonne schon recht tief über dem See und die Wolken und die Berge gaben eine Traumkulisse ab, aber.....

..... aber die touristische Vermarktung des Sees und des Ufers war genau wie am Lago Maggiore nicht mein Ding. Aus meiner Sicht konnte ich mich des Ausdruckes "Dekadenz" nicht verwehren. Wie man auf dem Bild sehen kann, habe ich eine schweizer Flagge am Fahrzeug. Dies hilft einfach in manchen Situationen. Sie wird rechtzeitig gegen die Tricolore ausgetauscht werden.
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Der Genfer See, ein herrlicher Anblick

Ich fuhr zwei Stunden am See entlang, bis ich endlich LAUSANNE erreichte.

Der Genfer See und die Landschaft herum gehörte im frühen Mittelalter zum Königreich Burgund, bzw. zu Hochburgund. Dort wurde im Jahre 931 oder 932 Adelheit von Burgund, die spätere zweite Ehefrau von Otto dem Großen geboren.
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Gotische Kathedrale Notre Dame de Lausanne

Die Kathedrale von Lausanne war ein bedeutender Kirchenbau der Gotik. Sein besonderes Merkmal ist die uneinheitliche Gestaltung der Rippen und eine Verschiebung der Längsachse. Bis zum 16. Jahrhundert führte sogar eine Straße unter der ersten Rippe des Längsschiffes hindurch. Einzelheiten über die Kathedrale von Lausanne, die die 54. Kathedrale ist, die ich besucht habe, kann unter "Über mich - Gotik" nachgelesen werden. Mittlerweile habe ich 65 Kathedralen gefunden, also muss ich noch 11 besuchen.

Leider war es mir an dem späten Nachmittag des 9.6.2016 nicht möglich, in der engen Altstadt mein Gefährt sicher zu parken und die Kathedrale innen zu sehen. Vielleicht führt mich der Weg noch mal nach Lausanne, mit Sicherheit ohne Johnny.
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Übernachtung 30 Km nördlich von Lausanne

Nachdem ich die Kathedrale in Lausanne gesehen habe, wollte ich so schnell wie möglich Richtung Norden und die Schweiz verlassen.

Ich fand eine Übernachtungsmöglichkeit auf dem Grundstück an der Straße. Die nette Besitzerin des Hauses zeigte mir, wo ich parken konnte. Nach über 10 Stunden Fahrzeit und einer Reparatur an der Verspannung schlief ich wie ein Murmeltier.
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Fahrt nach Norden über die Grenze nach Deutschland

Es war Wochenend- und Feierabendverkehr in Lausanne und nach der soeben beschriebenen Übernachtung vom 9. auf den 10. Juni 2016 fuhr ich nicht direkt Richtung Frankreich, sondern wählte den Grenzübergang RHEINFELDEN nach Deutschland. Ich fand es schon sehr erstaunlich, dass der Grenzübergang auf schweizer Seite so gut wie nicht angekündigt war. Unmittelbar vor dem Grenzübergang stand ein diskretes Schild "Deutschland".

Irgendwie wollte ich auch schnell aus der Schweiz hinaus, aber Pustekuchen. Genau auf der Nebenstrecke, die ich befahren wollte, wurde die Fahrbahndecke erneuert und an fünf Engstellen waren Ampeln, deren Rückstau allerdings bis zur nächsten Ampel reichte. Für etwa 8 Km brauchte ich drei Stunden Stop-and-Go. Weil ich bei der Affenhitze nur in der Kabine mit offener Tür gesessen habe und mich nicht richtig bewegen konnte, fingen meine Füße an, dick zu werden. Somit kann man sicherlich nachvollziehen, dass ich schnell weg wollte. Hier sehen wir den Grenzübergang an der Autobahn. Zunächst dachte ich, dass ich diesen nicht nehmen kann und auf den parallel dazu ausgewiesenen Übergang spekulierte, aber es war ein Fußgänger- Grenzübergang. Also wieder zurück und auf die Autobahn. Es waren um 20.18 Uhr weder andere Fahrzeuge, noch auf der schweizerischen und deutschen Seite ein Zöllner, bzw. Grenzschützer zu sehen. Mit langsamer Geschwindigkeit, was für einen Traktor ja kein Problem ist, tuckerte ich auf die Deutsche Autobahn, fuhr aber 100 Meter weiter die Ausfahrt raus. Ich war auf der B 34 und sah gleich einen Parkplatz, auf dem ich stand und gut mit hochgelegten Beinen übernachtete. Geweckt wurde ich, als ich merkte, dass jemand um den Wagen ging und sich alles anschaute. Ich öffnete die Tür und ein Mann stand draußen. Er hatte eine JOHN-DEERE-Mütze auf. Welch ein erfreulicher Anblick am ersten Morgen in Deutschland. Dieser Mann hat einen 14-PS-Güldner und sich einen Schäferkarren mit gutem Fahrwerk gebaut und reist auch damit herum. Er gab mit gute Tips, wie ich einen Campingplatz finden konnte und wie ich die bevorstehnde Schnellstraße umgehen kann.
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Südschwarzwald

In Deutschland ist es genauso schön wie in anderen Ländern auch, aber man fühlt sich heimischer.

Ich freute mich auf einige Tage zum erholen, denn die Gewalt-Tour durch Oberitalien, der Passübergang zur Schweiz und die zum Teil schwierige Schweiz-Durchquerung hat mich angestrengt, und ich will ja erholt in Wuenheim ankommen. Also Pause. Vielleicht noch ein Wort zur Schweiz: Für mich war es sehr befremdlich, dass in einem Land mehrere Sprachen gesprochen werden. Die geschichtlichen Hintergründe erspare ich mir, weil ich es im Detail auch nicht so genau weiß. Jedenfalls in dieser Westschweiz wird französisch gesprochen und als ich meine restlichen 7 Franken in einem Supermarkt so ausgeben wollte, dass ich zunächst das Bargeld bezahle und den Rest mit EC-Karte, verstand mich der Mann an der Kasse nicht. Vielleicht lag es auch daran, dass ich ihn auf französich fragte, ob er deutsch spricht und er verneinte. Vielleicht hätte ich ihn fragen sollen, ob er schwyzerditsch spricht..... Der sprachliche Übergang von der französisch sprechenden Westschweiz zum deutschsprachigen Berner Land vollzog sich innerhalb von vier aufeinander folgenden Ortschaften. Zunächst war alles in französisch geschrieben, dann nahm die zweisprachige Ortsbeschilderung und Plakatwerbung zu, bis sie dann nur noch in deutscher Sprache ausgeführt wurden. Jedenfalls weiß ich jetzt, warum der Friedrich Schiller mit seinem "Wilhelm Tell" dazu beitragen wollte, den Deutschen zu erklären, warum die Schweiz entstanden ist.
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Fußball-Europameisterschaft 2016

Auf meiner Fahrt durch den Südschwarzwald kam ich auch durch das Städtchen SCHÖNAU, und wenn man das nebenstehende Bild betrachtet, erfährt man, dass hier die Heimat unseres erfolgreichen Weltmeister-Fußball-Nationalmannschafts-Trainer Jogi Löw ist.




Am morgigen Sonntag, 12. Juni 2016, spielt unsere Mannschaft gegen die Ukraine. Wir freuen uns auf ein schönes Spiel.
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Traktor auf dem Campingplatz

Das ist natürlich für mich nichts außergewöhnliches mehr. Und die Menschen aus Baden-Württemberg, die hauptsächlich hier Urlaub machen, sind auch sehr zurückhaltend. Bisher hat sich noch keiner um mein Gefährt gekümmert, aber mein Johnny ist nicht der einzige JOHN-DEERE hier auf dem Campingplatz in KIRCHZARTEN. Die Platzverwaltung verfügt über einen Gator. Für alle Nicht-JOHN-DEERE-Kenner sei erklärt, dass es sich um ein geländegängiges kleines Pritschenfahrzeug handelt. Der Campingplatz kann nur gut sein.




Die erste Nacht auf diesem schönen Campingplatz war regnerisch und ich hoffe, dass der Wohnwagen nicht noch weiter im nassen Rasen versinkt. Sonst müsste ich ihn ja noch rausziehen lassen..........
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FREIBURG im Breisgau

Fast zwei Wochen bin ich auf dem Campingplatz in KIRCHZARTEN, weil ich viel zu schnell durch Italien und die Schweiz gefahren bin. Diese Zeit nutze ich nun aus, die südbadische Gegend und das, was ich vom Südschwarzwald noch nicht kenne, an zu schaun. Natürlich kannte ich die Kathedrale in Freiburg, das "Freiburger Münster" bereits durch mehrere Besuche. Leider ist der Westturm wegen Renovierungsarbeiten zum Teil eingerüstet und verhüllt, der Schönheit dieser Kirche tut das aber keinen Abbruch. Andere Orte wie NEUSTADT / TITISEE sind eher auf Winter-Tourismus eingestellt und deshalb nicht interessant, weil alle Lokalitäten mehr oder weniger geschlossen sind. Weitere schöne Orte gibt es dort wie zum Beispiel BREISACH mit seiner Aussicht auf den Kaiserstuhl, den ich mir aber wegen des Regenwetters gespart habe, zu erwandern.




Das Freiburger Münster im Regen von Süden.
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JOHN-DEERE überall

Erfreulicher weise sieht man JOHN-DEERE jeden Tag und überall. Die Campingplatzverwaltung besitzt neben dem GATOR zwei Rasen-Mäher-Kleintraktoren der neueren Baureihe.




Bei diesem Kleintraktor fehlt der Hirsch vorne an der Haube. Ich habe natürlich das Personal an der Rezeption darauf hingewiesen......
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10 Tage Dauerregen

Der Wohnanhänger war schon ganz schön eingesunken in den nassen Rasen. Ich habe mir eine flache Holzpalette, die zum Unterlegen unter Vorzelte gedacht war, beigeschleppt und vor die Wohnwagentür gelegt, so dass man nicht gleich im Sumpf stand.




Die Information, dass ganz Deutschland im Regen versinkt, hat mir auch nicht geholfen. Dann fiel auch noch die Mobilfunk-Verbindung aus......
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Tricolore

Zum bevorstehenden Trip nach WUENHEIM im Elsass habe ich mir die Tricolore an die Stelle gesetzt, wo vorher die schweizer Flagge geflattert hat.




Ich freue mich auf Frankreich.
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Der Regen war vorbei

Am Montag, dem 20.6. besserte sich das Wetter und schon mussten die Campingplatzarbeiter ran und die Hecke schneiden und das Gras mähen.




Ich freue mich auf Frankreich, Mittwoch geht es los.
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Am Mittwoch, dem 22.06. verließ ich den Platz und den Schwarzwald.

Der liebe Gott hat es mit dem Wetter und mir gut gemeint, er ließ die Sonne so massiv hernieder knallen, dass ich total durchgeschwitzt durch Freiburg Richtung Süden fuhr. Unterwegs wollte ich bei dem JOHN-DEERE-Händler DIENER in Buggingen meinen Ölwechsel machen.




Nach etwa 50 Km Fahrt im Zuge der B3 Richtung LÖRRACH kam ich nach BUGGINGEN
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LANDTECHNIK DIENER in BUGGINGEN

Der Inhaber des Betriebes, Siegfried Diener, bediente mich persönlich und zeigte mir zum Abschluss noch sein sicher weggeschlossenes Prachtstück, ein wunderbar restaurierter LANZ-Bulldog Baujahr 1937. Worüber wir dann noch so alles geredet haben, kann man sich ja vorstellen.




Ich habe den Öl- und Filterwechsel zwar selbst vorgenommen, aber Herr Diener hat mir den Filter gebracht und einer seiner Monteure, Patrick Riesterer, unterstützte mich beim Öl-Zapfen (11,5 Liter) und er gab mir auch einen neuen Dichtring. An dieser Stelle nochmals herzlichen Dank, und ich kann allen Traktor-Fahrern empfehlen, dort hin zu fahren, denn dort wird einem zuvorkommend geholfen, falls man mal Unterstützung in dieser schönen Gegend braucht.
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Frankreich







Übernachtung in HÜGELHEIM

Nach dem Ölwechsel bin ich nur einige Kilometer auf der B3 nach Süden in Richtung Grenzübergang Mühlhausen gefahren, als mich in HÜGELHEIM das Schild "WoMo-Stellplatz" zum Abbiegen aufgefordert hat. Die Ausschilderung hat mich, wie kann es anders sein, auf einen Friedhofsparkplatz geleitet......




Die Übernachtung mit Abendessen und Frühstück im Freien war völlig problemlos, die Passanten und Nachbarn waren überaus freundlich. Nun kann es Richtung Frankreich losgehen.
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Überquerung des Rheins zwischen MÜLLHEIM (D) und MOULHOUSE (F)

Für die 50 Km von HÜGELHEIM nach WUENHEIM benötigte ich etwa 2,5 Fahrstunden. WUENHEIM im Elsass ist eine Gemeinde von etwa 800 Einwohnern, gehört zum Gemeindeverband GUEBWILLER und liegt am Fuße der Vogesen unterhalb des im 1. Weltkrieg lange umkämpften HARTMANNSWILLERKOPF.




An dieser Stelle ist der RHEIN noch nicht so breit wie bei WIESBADEN.
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Direkt vor mir WUENHEIM

Ich fuhr in WUENHEIM zunächst zum Bürgermeisteramt (Mairie) und von dort telefonierte ich mit Jean-Marc Weber, dem Kopf der WUENHEIMER Partnerschaftsorganisation. Als selbständiger Handwerksmeister konnte er so flexibel sein und war innerhalb weniger Minuten bei mir. Er zeigte mir, wo ich mit meinem Fahrzeug gut stehen konnte und auch Strom und Zugang zu den Sanitäranlagen hatte.




Hier sehen wir die Durchgangsstraße, von der WUENHEIM etwas abseits liegt und es recht ruhig ist.
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Mein Stellplatz mitten im Ort hinter der Kirche neben Festhalle und Friedhof



Hier auf dem Parkplatz zur Festhalle war es absolut ruhig, nur ein Fußweg führte vorbei. Lediglich die Kirchturmuhr mit ihrem Geläut, das tagsüber bis Mitternacht alle Viertelstunde deutlich anschlägt, war zu hören. Da ich von zu Hause meine Wohnzimmeruhr gewöhnt war und ich diese auch nicht mehr höre, hat mich dies absolut nicht gestört, eher ein bisschen Heimweh hervorgerufen.




Auf dem sauberen geteerten Platz konnte ich den instabilen Wohnwagen fest aufstellen. Jean-Marc hatte alles perfekt organisiert.
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Offizielle Begrüßung vor dem Gebäude der WUENHEIMER Winzerorganisation

Nachdem auch die Mitglieder des Partnerschaftsvereins aus Grävenwiesbach am Samstag, dem 25.6. eingetroffen sind, wurde ich durch den Bürgermeister Roland Martin offiziell begrüßt. Ich fühlte mich sehr geehrt. Neben Jean-Marc, seiner Frau Sandrine und Tochter Mathilde kam auch noch Germain Brucker dazu. Der Weingutbesitzer und Gründungsmitglied der Partnerschaft hatte mich am Neujahrsempfang der Gemeinde GRÄVENWIESBACH, bei der er zum Ehrenbürger von GRÄVENWIESBACH ernannt wurde und ich ihm meine Hochchtung aussprach, eingeladen. Den WUENHEIMER Wein, den ich mitnahm, holte ich beim Weingut Brucker.




Hier auf dem offiziellen Pressebild sehen wir neben den oben genannten noch Markus, Anette und Michaela. Ihr Mann Michael hat sich nicht getraut, mit aufs Bild zu kommen, weil er dann bei seinem Stammtisch eine Runde bezahlen muss. Ich habe aber zur Presse nach Grävenwiesbach ein Bild mit Michael Krüger gemailt, damit dies noch durch Fotomontage hinzu gefügt werden kann.
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Gedenkstätte auf dem HARTMANNSWILLERKOPF

Im 1. Weltkrieg gehörte das Elsass zu Deutschland und weil der Hauptangriff der Deutschen über Flandern erfolgte, versuchten die französischen Truppen von den Höhen der Vogesen den Rhein zu erreichen und das Elsass wieder zurück zu holen. Hier lagen sich die französischen und deutschen Truppen fast vier Jahre lang gegenüber und fügten sich unsägliches Leid zu. Dabei wurde auch WUENHEIM vom Artilleriefeuer der französichen Armee stark zerstört..... welch ein Wahnsinn.




Hier stehe ich vor dem Eingang der Gedenkstätte, die zunächst ein französisches Ehrenmal war und nun ein deutsch-französisches Mahnmal ist, das erst 2015 von den Präsidenten Hollande und Gauck eingeweiht wurde.
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Das Fest auf dem SUDEL

Der Sudel ist eine Anhöhe mit Festsaal, Übernachtungs- und Einkehrmöglichkeit. Das wird unterhalten durch einen Verein, der sich Freunde des Sudel nennt. Einmal im Jahr wird hier ein großes Fest für die Bewohner der Orte in der Umgebung gefeiert. Dieser Termin am 26.6.2016 hat im wesentlichen die zeitliche Organisation meiner Europa-Tour bestimmt. Mit Jean-Marc habe ich das ganze am Neujahrsempfang abgesprochen. Hier habe ich so viel Gastfreundschaft und Herzlichkeit erfahren. Dies hat mich ausgeprochen stark beeindruckt. Dank an dieser Stelle sei nochmals an Jean-Marc und seine Familie zum Ausdruck gebracht, ebenso dem Bürgermeister Roland Martin, der sich an meinem Ankunftstag lange Zeit genommen hat, mir die Verwaltungsstruktur der Gemeinde, die Umgebug und vieles mehr gezeigt hat, einschließlich des Wohnhauses und ehemaligen Fabrik, die während des 2. Weltkrieges die Familie Grünewald bewohnte, bzw. betrieb. Aus der freundschaftlichen Verbindung der Familie Grünewald zu den Bewohnern WUENHEIMS entstand letztlich die Partnerschaft zwischen WUENHEIM und GRÄVENWIESBACH.




Hier im Festzelt auf dem Sudel schauten wir gemeinsam das Fußball-Europameisterschafts-Spiel zwischen Frankreich und Irland, das die französische Mannschaft mit 2 : 1 gewann. Am angespanntesten war Jean-Marc, hier in der Mitte stehend im grünen Poloshirt.
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Vogelparadies Vogesen

Durch die schonende Forstwirtschaft und den umweltbewussten Weinbau hat sich in der Vogelwelt viel Natürlichkeit erhalten. Ich habe an einem Abend um den Turm der WUENHEIMER Kirche vier Brutpaare Turmfalken beobachten können. Die natürlichen Flussläufe und die feuchten Wiesengründe am Rande der Ortschaft ermöglichte es, auch durch Unterstützung von freiwilligen Helfern, unzählige Brutpaare an Störchen wieder zurückkehren zu lassen. Auf einer Informationstafel wurde die Population von 9 Paaren in den 60er Jahren auf über 220 Brutpaare vermehrt, Stand 1997. Man sieht überall Störche, die Junge aufziehen.




Dieses Storchennest steht unmittelbar neben der Festhalle und das Klappern der Schnäbel war weithin zu hören.
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Adieu Frankreich, Adieu Elsass, Adieu Vogesen

Dieser Besuch in WUENHEIM war für mich der erste, und er wird mit Sicherheit nicht der letzte sein. Nach zwei halben Tagesfahrten überschritt ich bei WISSEMBOURG die Grenze und fuhr durch das Deutsche Weintor Richtung Weinstraße.




Danke an Michaela, Michael, Anette, Markus und Inge-Rose, die mit mir zusammen in WUENHEIM waren. Nicht nur der WUENHEIMER Wein wird mich noch lange an die schönen Tage im Elsass erinnern.
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Rückkehr







Hambacher Schloss

So gut kannte ich mich auf der Deutschen Weinstraße nicht aus, aber viele Weingüter bieten Stellplätze an. Allerdings erwarten die natürlich, dass man Wein kauft, was ich nicht mehr vor hatte. Also erinnerte ich mich daran, dass es unterhalb des HAMBACHER SCHLOSSES einen Parkplatz gibt. Dort fuhr ich hin und übernachtete dort recht ungestört, nachdem die letzten Besucher weg gefahren waren.




Ohne Strom und sanitäre Einrichtungen verbrachte ich die letzten zwei Nächte und fuhr dann in Bad Dürkheim auf einen Campingplatz zur letzten Dusche.
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Deutsche Weinstraße



Der Wohnwagen ist mittlerweile so stark verzogen, dass er hinten rechts verdächtig tief und nur noch 15 cm über dem Boden hängt. Also muss ich recht langsam fahren und aufpassen, dass der Kasten nicht noch auf den letzten Metern aufgibt. Die Hinweisschilder sollen den Verkehr auf die Autobahn und die Umgehungsstraße leiten, aber ich fahre mitten durch die schönen Weindörfer wie Maikammer, St. Martin, Wachenheim, Deidesheim.... Wein werde ich hier allerdings nicht mehr kaufen.




Hier ein Einblick in ein typisches südpfälzer Weindorf. An der Grenze zur Pfalz liegt hinter dem Rhein die Eisenbahner- und Industriestadt MANNHEIM. Dort wurde vor 31 Jahren mein Johnny im ehemaligen LANZ-Werk, dem JOHN-DEERE-WERK gebaut. Dieses größte Traktorenwerk Europas produziert Traktoren der Mittelklasse bis 250 PS für den Weltmarkt.
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JOHN-DEERE-Werk Mannheim



Mein Weg von der Weinstraße zur Bergstraße führt genau durch MANNHEIM und da bot es sich an, das JOHN-DEERE-Werk zu besichtigen, in dem mein Johnny vor genau 31 Jahren gebaut wurde. Er war damals das größte Modell, das die Mannheimer fertigten und der auch in die USA exportiert wurde.




Im JOHN-DEERE-FORUM, die Ausstellungshalle mit Verkauf von JOHN-DEERE-Fanartikeln ist frei zugänglich. Dieses Mal war auch ein 20-PS-Lanz-Bulldog ausgestellt, der bereits in den JOHN-DEERE-Farben lackiert war. Das Baujahr ist entweder 1958 oder 1959, denn der erste JOHN-DEERE-LANZ 300, bzw 500 wurde am 1. Mai 1960 vorgestellt und im Sommer 1960 habe ich auf einem der ersten drauf gesessen. Auch der 1.000.000ste Schlepper, der in MANNHEIM gebaut wurde, ist dort ebenfalls zu sehen (Typ 6400, Baujahr 1996). Man sieht meinen Traktor durch die Scheibe außen vor dem Forum stehen.
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ODENWALD/BERGSTRASSE



Hier an der Bergstraße zwischen SEEHEIM-JUGENHEIM und DARMSTADT habe ich übernachtet. In der Nähe habe ich vor 40 Jahren mal gewohnt.




Auf einem Parkplatz an der Straßenbahnlinie konnte ich ungestört schlafen und frühstücken.
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Überquerung des Mains bei OFFENBACH



Über diese Brücke zwischen OFFENBACH und FECHENHEIM bin ich vor etwa sechs Jahren mit meinem JOHN-DEERE-LANZ 300 gefahren, als ich den Miststreuer Ladus3 aus dem Odenwald nach Hause gebracht habe (siehe "Traktoren" unter der Seite "Restaurieren")




Während der Fahrt über die neue Brücke.
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Ende der Reise für den Wohnwagen



Während der drei Monate, die ich bereits auf Tour bin, war meine größte Sorge, dass der Traktor durchhält, was er auch problemlos geleistet hat. Nach ca. 4.300 Km ist ihm nur am Reifenabrieb an zu sehen, dass er lange gelaufen ist, manchmal sogar bis zu 11 Stunden ununterbrochener Fahrt. Dass aber der Wohnwagen seinen Geist aufgibt, habe ich nicht gedacht. Bereits bei der Alpenüberquerung in Österreich hat er angefangen, instabil zu schaukeln, so dass ich ihn in Kroatien, und dann noch in Italien und der Schweiz mehrmals reparieren musste und auf der letzten Strecke durch Deutschland war ich ständig am Nachspannen der Drahtseilbefestigung, so dass der ganze Kasten völlig verzogen ist. Man merkt, dass der Fußboden vorne links und hinten rechts hoch steht (in Hessen sagt man dazu "wingsch"), der Gasherd ist schräg, alle Türen und Klappen sind verzogen und lassen sich zum Teil kaum noch öffnen, die rechte Seitenwand ist nach außen gewölbt und beim Öffnen der Eingangstür geht die zweiteilige Tür auseinander.




Jetzt steht der Wohnwagen auf dem Flugplatz BREITSCHEID im WESTERWALD, wo er meinem Sohn Armin als Unterkunft bei seinem Fallschirm-Sport dient. Zu einer weiteren Reise ist er nicht zu gebrauchen. Nach dem Leeren und "Abrüsten" des Wohnwagens wird die Rückkehr am Ende der 1. Juliwoche vorbereitet.
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Ankunft in Grävenwiesbach



Nach über dreimonatiger Reise bin ich am 08. Juli 2016 um 12.00 Uhr in GRÄVENWIESBACH vor dem Rathaus eingetroffen. Dort wurde ich vom Bürgermeister Roland Seel, den Mitgliedern des Taunusklub Grävenwiesbach und einigen Schaulustigen empfangen. Edith und Herbert Dieß hatten wieder den obligatorischen Sekt dabei, die Wanderer haben ein Ständchen gesungen und ich übergab dem Bürgermeister den Grävenwiesbach-Wimpel zurück, sowie meiner Enkeltochter Lotta eine JOHN-DEERE-Mütze.




Der Wimpel wird im Rathaus Grävenwiesbach ausgestellt werden.
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Bei der Familie



Endlich konnte ich meine Enkeltochter wieder in den Arm nehmen.




Lotta ist mittlerweile 10 Monate alt.
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